Wirtschaft : Gucci: François Pinault sichert sich die Luxusmarke

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Die Übernahmeschlacht um Gucci ist beendet. Künftig wird die in Florenz beheimatete und an den Börsen Amsterdam und New York notierte Nobelmarke mehrheitlich vom französischen Einzelhandelskonzern Pinault Printemps Redoute (PPR) kontrolliert. Dessen Rivale Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH), weltweiter Marktführer bei Luxusgütern, wird sich bis spätestens 2004 vollständig aus dem Aktionärskreis seines italienischen Konkurrenten zurückziehen. Das sieht ein dreistufiger "Friedensvertrag" zwischen PPR und LVMH vor, der gestern besiegelt worden ist.

Damit schließt sich eine zweijährige Phase, in der mit Bernard Arnault (LVMH) und François Pinault (PPR) die zwei reichsten Männer Frankreichs mit nie gesehener Vehemenz um die Herrschaft bei einer der attraktivsten Firmen Europas kämpften. Die Regelung sieht vor, dass PPR in einem ersten Schritt etwa acht Prozent des Gucci-Kapitals von LVMH zu einem Preis von 94 Dollar pro Aktie erwirbt. Dadurch kommt PPR mit etwas über 50 Prozent in den Besitz der absoluten Mehrheit bei Gucci; im Gegenzug sinkt der LVMH-Anteil auf 12 Prozent. Gleichzeitig zieht sich LVMH aus dem Verwaltungsrat des Unternehmens zurück, der künftig zu je gleichen Teilen aus Vertretern von PPR und unabhängigen Mitgliedern bestehen soll. In einem zweiten Schritt wird Gucci Ende des Jahres eine Sonderdividende von sieben Dollar pro Aktie an alle Anteilseigner außer PPR bezahlen. Dadurch fließen knapp 140 Millionen Dollar in die Kassen von LVMH. In einem dritten Schritt wird PPR bis April 2004 allen Minderheitsaktionären ein öffentliches Übernahmeangebot zu einem Preis von 101,5 Dollar pro Aktie unterbreiten. LVMH realisiert durch die gesamten Operation einen Gewinn von 700 Millionen Dollar. PPR soll zur Finanzierung des Deals eine Kapitalerhöhung planen. Die Börsen haben erleichtert auf die Beilegung der Streitigkeiten reagiert.

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