Wirtschaft : Günstige Rahmenbedingungen

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Konjunkturforscher aber wenig optimistisch für den Arbeitsmarkt / Osten bleibt zurück$-BONN (wei).Die Konjunkturforschungsinstitute haben am Dienstag ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr leicht nach unten korrigiert.In ihrem Frühjahrsgutachten für den Wirtschaftsminister gehen sie von einer Zunahme der deutschen Wirtschaftsleistung um 2,25 Prozent in diesem und 2,75 Prozent im nächsten Jahr aus.Zur Begründung verwiesen die Sprecher der Institute auf den unerwartet starken Einbruch im Winter.Insgesamt habe sich die konjunkturelle Lage aber nicht verschlechtert.Es gebe sogar Anzeichen dafür, daß sich der Aufschwung vom Export auf die Investitionen ausweite.Allerdings werde die ostdeutsche Konjunktur erneut weniger zulegen.Hier werde das Wirtschaftswachstum nur 2,5 Prozent erreichen.Während im Westen die Zahl der Arbeitslosen 1998 auf 2,875 Millionen im Jahresdurchschnitt zurückgehen werde, werde sie im Osten auf 1,285 Millionen steigen.1997 wird es nach Einschätzungen der Institute in Ostdeutschland 1,28 Millionen Arbeitslose geben und im Westen 3 Millionen.Die Arbeitslosenquote West werde in diesem Jahr 9,7 und im kommenden Jahr 9,3 Prozent betragen.Im Osten werde sie nach 15,7 Prozent im diesem Jahr 1997 auf 17,2 steigen. In diesem Jahr rechnen die Konjunkturforscher mit einem Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen in Gesamtdeutschland um 4,5 Prozent.Dem steht allerdings ein Rückgang der Bauinvestitionen um 1 Prozent gegenüber.Vom privaten Verbrauch, der in diesem Jahr um ein Prozent zunehmen soll, erwarten sie keine wachstumsbeschleunigenden Impulse.Die Rahmenbedingungen für eine konjunkturelle Erholung seien dennoch günstig; das gelte sowohl für das weltwirtschaftliche Umfeld wie für die Geldpolitik.Die Prognose geht davon aus, daß es nur zu einem leichten Zinsanstieg kommt, der Dollar weiter an Wert gewinnt, die Lohnabschlüsse das Niveau der letzten Tarifrunde nicht übersteigen und die Steuerreform einschließlich der Abschaffung der Gewerbekapitalsteuer in Kraft gesetzt wird.Allerdings erwarten die Institute keine größeren konjunkturellen Impulse von der Finanzpolitik. Das laufende Defizit der öffentlichen Haushalte wird nach der Prognose bei 3,2 Prozent liegen.Die Einhaltung der Verschuldungsgrenze von 3 Prozent sei zwar noch möglich, wenn weitere Sparanstrengungen unternommen würden.Dies sei aber für die nach dem Vertrag von Maastricht notwendige Gesamtwürdigung nicht ausschlaggebend.Die Institute rechnen damit, daß es pünktlich zum 1.Januar 1999 zu einer "großen Währungsunion" kommt. Nachdrücklich sprechen sich die Experten gegen eine weitere Verkürzung der Wochenarbeitszeit aus.Dies entspreche nicht den Einkommenserwartungen der Arbeitnehmer und werde deshalb zu einer Ausweitung des Schwarzmarktes führen.Bislang hätten die Tarifpartner aber "auf die Verschlechterung der Lage am Arbeitsmarkt deutlich reagiert".Die Lohnstückkosten seien bereits 1996 leicht gesunken.Für 1997 rechnen die Institute mit einer weiteren Ermäßigung um ein Prozent. Auch in Ostdeutschland sei es zu einer "Korrektur" der Löhne gekommen.Eine Normalisierung sei aber noch lange nicht erreicht.Mit einem Anteil der Löhne von 90 Prozent an der Wertschöpfung liege die Lohnquote im Osten weiter deutlich über dem westdeutschen Niveau.Die im Zuge der Privatisierung abgegebenen Investitionszusagen sind nach Darstellung der Institute inzwischen weitgehend erfüllt.Die dadurch entstandenen Produktionskapazitäten seien aber nur teilweise ausgelastet.Erhebliche Leerstände gebe es auf dem ostdeutschen Wohnungsmarkt.Dies und die Rückführung der Abschreibungen werde zu einer weiteren Abnahme des Geschoßwohungsbaus in den neuen Ländern führen.Gestützt werde die ostdeutsche Baukonjunktur gegenwärtig noch vom Eigenheimbau und der Modernisierung.

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