Wirtschaft : Gütersloher Firma präsentiert Umsatzplus im Jubiläumsjahr

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Die Sicherheitskräfte im KaDeWe staunten nicht schlecht. So ein Objekt hatten sie noch nie bewacht. In der Eingangshalle des Kaufhauses steht ein Brandenburger Tor in Kleinformat, gebaut aus 82 Waschmaschinen der Firma Miele. Das Bauwerk ist Eingangstor zu einer Ausstellung mit dem Motto "Willkommen im Mielennium", die bis zum 11. März historische und aktuelle Geräte der Gütersloher Firma zeigt. Zur Eröffnung am Dienstag präsentierte der Enkel des Firmengründers, Rudolf Miele, neue Geschäftszahlen.

Der Gruppenumsatz stieg im Kalenderjahr 1999 um 9,5 Prozent auf mehr als 4,1 Milliarden Mark. "Das ist der höchste Umsatzwert in der Firmengeschichte", sagte Miele. Dabei kletterte der Umsatz in Deutschland um 8,8 Prozent, der Auslandsumsatz sogar um 11,4 Prozent. Insgesamt beträgt der Auslandsanteil mit 2,2 Milliarden Mark etwas mehr als die Hälfte. Exportiert wird vor allem in das europäische Ausland, wie in die Niederlande, nach Frankreich und Österreich. Beschäftigt waren zum Jahresende rund 14 800 Mitarbeiter.

Das Familienunternehmen gehört nach eigenen Angaben zu den drei größten deutschen und den acht größten europäischen Hausgeräte-Herstellern. Die Jahresproduktion habe im Jubiläumsjahr, Miele wurde 1899 gegründet, vier Millionen Geräte überschritten. Die Firmenleitung führt das Wachstum auf ständige Produktverbesserungen und Innovationen zurück. Neueste Errungenschaft ist ein Waschprogramm für Seide, das eine schonende Reinigung ermögliche. Zahlreiche Innovationen ziehen sich auch durch die Firmengeschichte.

Im Jahr 1899 begannen Carl Miele und sein Partner Reinhard Zinkann mit der Fertigung von Milchzentrifugen. Eines der ersten Produkte, eine Hand-Buttermaschine, ist auch im KaDeWe zu sehen. In den Holzbottich passen bis zu 48 Liter Rahmfüllung, die mit einer Flügelwelle zu Butter geschlagen wurden. Das Modell D wurde mehr als fünf Jahrzehnte produziert und war damit das Miele-Erzeugnis, das am längsten auf dem Markt war. Neben den bekannten Waschmaschinen stellte Miele ab 1912 auch Automobile, Fahrräder und in den 30er Jahren Motorräder her.

Inzwischen konzentriert sich Miele wieder auf Haushaltsgeräte, die auch die Ausstellung dominieren. Zum Beispiel die "Combinette", eine Wasch- und Schleuderkombination aus den 50er Jahren, die von den Ausmaßen her eher an eine große Kühltruhe erinnert. Oder die 82 Waschmaschinen, die zum Bradenburger Tor formiert sind und in den nächsten Tagen nicht nur die Blicke der Sicherheitskräfte auf sich ziehen dürften.

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