Wirtschaft : Güterverkehr: Der Lkw braucht die Bahn

Alfons Frese

Auch die BVG ist da. Die Berliner Verkehrsbetriebe zeigen in Frankfurt einen Cabrio-Doppeldecker-Bus für Stadtrundfahrten; also ein Fahrzeug, das sich innerhalb von Sekunden öffnen und schließen lässt. Ob das die Massen zur IAA Nutzfahrzeuge lockt, die an diesem Wochenende in Frankfurt beginnt? Nein, die IAA Nutzfahrzeuge ist eine Fachmesse und unterscheidet sich damit gewaltig von dem Publikumsrenner IAA Pkw, die wieder im nächsten Jahr ansteht. Das soll die Bedeutung der Lkw- und Bus-Ausstellung nicht schmälern. Sie ist vielmehr weltweit die wichtigste Messe für die Transportbranche und verdient überdies in diesen aufgeregten Zeiten Beachtung. Können Speditionen noch die Spritpreise zahlen? Und werden nun weniger Transporter und Busse gekauft, weil die Dieselrechnung die Transporteure zu ruinieren droht? Nach Angaben des Verbandes der Autoindustrie macht der Kraftstoff im Güterverkehr etwa 15 Prozent der Kosten aus, nicht mehr und nicht weniger. Der Lkw-Verbrauch - der auf Grund verbesserter Antriebstechniken in den letzten 30 Jahren um gut ein Drittel reduziert wurde - hängt im Übrigen stark vom Verkehrsfluss ab. Fährt ein moderner 40 Tonner konstant 50 Stundenkilometer, dann verbraucht er etwa 26 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Muss der Lkw einmal pro Kilometer anhalten, verdoppelt sich der Kraftstoffverbrauch, bei zwei Stopps schluckt der Lastwagen schon mehr als 80 Liter. Diese Rechnung zeigt, dass fließender Verkehr für die Brummi-Kosten bedeutsamer ist als der Spritpreis. Oder anders gesagt: Die Lkw werden Opfer ihres Erfolges, denn wenn die Prognosen stimmen und sich der Lkw-Verkehr in den kommenden 15 Jahren verdoppelt, stehen die Brummis nur noch im Stau. Deshalb brauchen die Lastwagen Unterstützung durch die Bahn.

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