Wirtschaft : Gut gebrüllt

Auch Time Warner bietet für die verschuldeten US-Filmstudios MGM

Los Angeles - Der Bieterwettkampf um die legendären US-Filmstudios Metro- Goldwyn-Mayer kommt in Schwung. Nachdem ein russischer Investor bereits öffentlich die Hand gehoben hatte, berichteten amerikanische Medien nun auch über ein Interesse von Time Warner. Nach Informationen von Bloomberg erwägt der Medienkonzern, 1,2 bis 1,5 Milliarden Dollar auf den Tisch zu legen.

MGM steht wegen seiner drückenden Schuldenlast von vier Milliarden Dollar zum Verkauf. Bis Freitag sammeln die Kreditgeber die Angebote ein. Es ist die zweite Runde im Ringen um das Filmstudio. Time Warner gehörte zu den Unternehmen, an die im Vorfeld die Verkaufsunterlagen gegangen waren.

Am Montag hatte der russische Investor Len Blavatnik Interesse bekundet. „Zum richtigen Preis ist das ein tolles Objekt“, hatte er der „Financial Times“ gesagt. Das Studio sei eine gute „Media-Plattform für das 21. Jahrhundert“. Blavatnik und seine Access Industries tummeln sich bereits im Mediengeschäft: Sie hatten die britische Tochter von Mel Gibsons Filmfirma Icon übernommen und sind an Warner Music sowie der britischen Mediengruppe Top-Up TV beteiligt. In Deutschland war Blavatnik vor allem durch seinen zwischenzeitlichen Einstieg bei Air Berlin bekannt geworden. Er ist auch am insolventen Chemiekonzern Lyondell-Basell beteiligt. Noch steuere das Mediengeschäft nur einen „klitzekleinen“ Teil zum Umsatz von Access Industries bei, sagte Blavatnik. „Aber in drei bis fünf Jahren würde ich gerne mehr Medien- und Telekomgeschäfte besitzen als jetzt, besonders im digitalen Bereich.“ Ihm sei allerdings sehr wohl bewusst, dass schon viele im Mediengeschäft gescheitert seien. „Ich möchte nicht das nächste Opfer sein.“

Im Raum steht ein Kaufpreis für MGM um die 1,5 Milliarden Dollar. Eigentlich hatten die MGM-Gläubiger einen höheren Preis erzielen wollen. Seit einiger Zeit schwinden aber die DVD-Verkäufe. Das trifft MGM besonders hart, besitzt das Studio doch die größte Filmsammlung von Hollywood mit mehr als 4000 Titeln, darunter Klassiker wie „Rocky“ oder „Manche mögen’s heiß“. Auch die Rechte an „James Bond“ liegen bei MGM. Der nächste „Bond“ wird im kommenden Jahr erwartet. Das Filmstudio gehört einer Gruppe von Finanzinvestoren und Medienunternehmen, darunter dem japanischen Elektronikkonzern Sony und dem Kalbelanbieter Comcast. Sie hatten MGM 2005 für fünf Milliarden Dollar übernommen. Wie bei solchen Geschäften üblich, bürdeten sie dem Zukauf den Großteil der Schulden auf. dpa

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