Wirtschaft : Gut püriert ist halb gewonnen

Die meisten Geräte mixen und zerkleinern überzeugend. Aber ein Modell versagte schon beim Rühren von Wasser

Jana Gioia Baurmann
Brei macht glücklich. Babys jedenfalls. Wenn es nicht fertige Gläschen sein sollen, dann muss eine elektrische Hilfe ins Haus. Die einfachste Variante ist der Stabmixer. Foto: dpa
Brei macht glücklich. Babys jedenfalls. Wenn es nicht fertige Gläschen sein sollen, dann muss eine elektrische Hilfe ins Haus. Die...Foto: picture-alliance/ ZB

Jamie Oliver schwört auf Bio, einfache Zutaten, leicht zu kochende Rezepte – und den Stabmixer. Mit ihm püriert er in seiner Küche allerlei Festes zu Suppen und Saucen. Für Tefal hat „The Naked Chef“, wie er auch genannt wird, eine eigene Pürierstab-Kollektion entworfen. Auch sein deutscher fernsehkochender Kollege Tim Mälzer verwendet den Stabmixer gerne und oft. Das Gerät ist angekommen in den Küchen dieser Welt. Selbst Altmeister Johann Lafer hat dem Zauberstab ein ganzes Kochbuch gewidmet.

22 Stabmixer hat Stiftung Warentest getestet, aus Jamie Olivers Kollektion war jedoch keiner dabei. Testsieger ist der Braun Multiquick 3 Soup, ein einfacher Stabmixer ohne Schnickschnack, der die Tester sowohl bei Funktion, Handhabung und Belastbarkeit überzeugt hat. Um die 30 Euro kostet das Gerät und liegt damit im mittleren Preissegment. Wird der Stabmixer nur zum Mixen und Pürieren genutzt, reicht ein Gerät wie der Testsieger völlig aus. Für zehn Euro Aufpreis ist der Multiquick 3 Soup auch mit Minihacker zu haben.

Hobbyköche wollen Qualität und die möglichst preiswert: Zwei von drei Kunden kaufen einen Stabmixer unter 50 Euro, schreibt Stiftung Warentest. Man sollte aber nicht zu wenig Geld investieren, denn vier der billigsten Stabmixer gingen im Test kaputt. Beim Superior (9,50 Euro) versagten die Motoren schon beim Rühren von Wasser. Der Hersteller ist sich dieser Schwäche anscheinend bewusst: Die Anleitung nennt eine maximale Betriebsdauer von 15 Sekunden. In dieser kurzen Zeit würde es nicht einmal Jamie Oliver schaffen, eine Suppe zu pürieren. Der Stabmixer von Kenwood ist der Suppenkönig, im Test pürierte das Gerät die Tomatensuppe am besten.

Doch nicht nur pürieren, auch hacken, raspeln oder sogar Teig kneten ist möglich. Zum Beispiel mit dem Braun Multiquick 5 Patisserie, der bis zu 250 Gramm Mehl verarbeiten kann. Dazu braucht es jedoch Multifunktionstopf und Knetwerkzeug. Das erhöht den Preis: 93 Euro kostet der „beste Küchenmaschinenersatz“.

Schnurlos überzeugten der Braun Multiquick 7 MR 730 cc und der Philips HR 1378. Allerdings kosten die Akku-Geräte um die 100 Euro und die Ladestation zieht permanent Strom, mehr als ein moderner Fernseher im Standby.

Frauen bedienen den Stabmixer übrigens meist mit dem Daumen, Männer drücken den Schalter hingegen mit dem Zeigefinger.

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