Gut und günstig Reisen : Überraschung im Supermarkt

Bei Fahrten ins Ausland gibt es einiges zu beachten, um die Urlaubskasse zu schonen.

Sebastian Gluschak
Damit sich die Kosten im Urlaub in Grenzen halten, sollte man einige Regeln beachten.
Damit sich die Kosten im Urlaub in Grenzen halten, sollte man einige Regeln beachten.Foto: eyetronic Fotolia

In ein paar Tagen beginnen in Berlin und Brandenburg die Ferien, der sommerliche Reiseverkehr kommt in die heiße Phase. Obwohl mehr Deutsche ihren Urlaub hierzulande verbringen, zieht es viele ins Ausland – vor allem nach Spanien, Italien, Österreich, Frankreich und auch noch immer in die Türkei. Beim Kofferpacken sollte man aufpassen: Das Meinungsportal Holidaycheck hat ausgerechnet, dass die Deutschen bei der Reisevorbereitung Gegenstände im Wert von 258 Millionen Euro vergessen – zum Beispiel Adapter und Bücher. Worauf man sonst noch achten sollte, um unnötige Kosten zu vermeiden:

Auslandstarife für Vieltelefonierer

Die Zeiten des Roaming-Wuchers sind vorbei – zumindest in der EU. Im Mai 2016 veranlasste die Europäische Kommission weitere Preissenkungen für europäische Netzanbieter. Demnach zahlt der Kunde im Ausland pro Anruf maximal 0,06 Euro mehr als im deutschen Netz, jeder angenommene Anruf kostet 0,01 Euro, kaum mehr als daheim. Jedoch werden vor allem starke Datennutzer schnell einen fetten Aufpreis zahlen, denn pro Megabyte wird bis zu 0,06 Euro mehr als in der Heimat verlangt. Gefährlich sind Anwendungen, die im Hintergrund Daten saugen. Für Vielsurfer lohnen sich internationale Flat-Pakete beim jeweiligen Anbieter, die bei 2,99 Euro pro Tag anfangen, und meist Daten, Telefonie und SMS umfassen. Dabei gilt: nicht zu viel aufschwatzen lassen, vor allem keine Jahresverträge. Außerhalb der EU lauern zusätzliche Fallen, eine genaue Nachfrage beim persönlichen Anbieter ist sinnvoll. Generell lohnen sich Auslandsflats oder lokale Pre-Paid Karten.

Deutschland ist bei der WLAN-Versorgung international nur Mittelfeld, im europäischen Ausland findet man hingegen häufiger einen Hotspot. Hier funktionieren Internet, WhatsApp, Viber oder Skype auch ohne kostenpflichtige Mobilfunkverbindung. Und grundsätzlich gilt: Im Urlaub nicht nur die Seele, sondern auch mal das Smartphone baumeln lassen.

Eigenes Auto statt Mietwagen

Einfach in den Wagen steigen und ab Richtung Süden. Vor allem, wenn man mit mehr als zwei Personen verreist, kann das eigene Auto das kostengünstigste Verkehrsmittel sein. Eine Reise zu dritt im Mittelklassewagen an die italienische Adria kostet zum Beispiel im Schnitt 90 Euro pro Person. Vorausgesetzt man tankt klug, denn die Spritpreise variieren stark: Österreich und Spanien beispielsweise sind mit ungefähr 1,15 Euro pro Liter Super momentan eher günstig, während Italien und die Niederlande mit 1,60 Euro laut ADAC über dem deutschen Preisniveau liegen. Polen schlägt alle europäischen Länder: Für weniger als ein Euro kann man dort tanken.

Vorsicht ist geboten bei Verstößen im Straßenverkehr, die Bußgelder fallen unterschiedlich hoch aus. Insbesondere in skandinavischen Ländern, aber auch in den Niederlanden, betragen die Strafen oft das Vielfache dessen, was man hierzulande zahlen muss.

Bei der Buchung des Mietwagens gilt das Gesetz des Handelns: je mehr Optionen der Käufer hat, desto besser der Preis. Also früh zu Hause per Internet die Preise vergleichen, auch um sicherzugehen, dass man ein passendes Modell bekommt. Nicht selten sind Mietwagenanbieter in der Hochsaison ausgebucht. Die versteckten Kosten lauern bei der Versicherung und Extras wie zusätzlichen Fahrern, weshalb man immer die Gesamtkosten vergleichen sollte. Der erste Preis, den man auf der Website sieht, ist fast immer nur die Basisversion. Auf folgende Vertragsbestandteile sollte man unbedingt achten: Haftpflicht mit Deckung über einer Million Euro, Vollkasko mit niedriger Selbstbeteiligung, Deckung für Reifen-, Felgen- und Fensterschäden und eine Regelung, wonach das Fahrzeug vollgetankt gemietet und zurückgegeben werden muss. Zusätzlich sollte man ausreichend Inklusivkilometer buchen.

Kosmetik von zu Hause

Deutsche Drogeriemärkte wie dm, Rossmann oder Müller gelten im internationalen Vergleich als führend – auch beim Preis. Deshalb sollten sich Urlauber vor Reiseantritt zu Hause mit Hygieneartikeln eindecken. Ohnehin ist man daheim vertrauter mit dem Sortiment. Empfehlenswert ist auch eine gut gefüllte Reise- und Notfallapotheke. Falls es nur mit Handgepäck ins Flugzeug geht, sollte man nicht vergessen, Flüssigkeiten in 100-Milliliter- Gefäße umzufüllen. Und wer doch mal die Zahnbürste vergisst, sollte sie im Urlaubsland im lokalen Supermarkt kaufen und nicht an der Hotelrezeption.

Edle Tropfen besser mitbringen

Reisen ist auch immer mit kulinarischen Freuden und Restaurantbesuchen verbunden. Während laut Statistik-Portal Statista 50 Prozent der Deutschen im Urlaub täglich auswärts speisen, verpflegt sich die andere Hälfte selbst. Doch ein Supermarktbesuch im Ausland kann für unangenehme Überraschungen sorgen. Deutschland zählt zu den Ländern mit den niedrigsten Nahrungsmittelpreisen Europas – lediglich einige osteuropäische Länder können das noch unterbieten.

Wer über Web-Portale wie Airbnb oder Wimdu eine Ferienwohnung gemietet hat, versorgt sich im Urlaub in der Regel auch selbst. Um das so angenehm wie möglich zu gestalten, sollte man sicherstellen, dass die Küche der Wohnung gut ausgestattet ist. Denn wer möchte schon den selbst geangelten Fisch in einer zu kleinen Pfanne braten? Besonders in Frankreich, Italien oder Skandinavien kann es sich lohnen, selber zu kochen – denn dort sind die Restaurantpreise vergleichsweise hoch.

Bei alkoholischen Getränken können die Preisunterschiede drastisch sein. Wer gerne einen besseren Wein trinkt, sollte bei Reisen nach Norwegen, in die Schweiz und in die USA besser die eine oder andere Flasche einpacken, denn dort können die Preise um bis zu 300 Prozent über dem deutschen Niveau liegen. Beispiel: Die Flasche Bier in einem Berliner Supermarkt kostet im Schnitt 70 Cent, im norwegischen Oslo muss man dafür mehr als drei Euro ausgeben. Klar ist: Einen französischen Bordeaux muss man nicht mit nach Frankreich und einen Limoncello nicht mit nach Italien nehmen.

Duty-Free mit Vorsicht

Das Bauchgefühl ist beim Einkauf am Flughafen kein empfehlenswerter Ratgeber. Duty-Free-Shops in London sind zum Beispiel knapp 30 Prozent teurer als jene im Flughafen von Prag. Deutsche Flughäfen liegen preislich unter dem europäischen Durchschnitt, wie ein Preisvergleich des ADAC ergab. Verglichen mit dem regulären Einzelhandel kann man am Flughafen trotzdem sparen – vorausgesetzt man hat eine Bordkarte und gelangt auch in den Wartebereich der Terminals. Schnäppchenjäger haben hier die besten Chancen: Duty-Free-Shops locken oft mit hohen Rabatten.

Geld abheben

Nur Bares ist Wahres, heißt es im Volksmund – günstig ist es aber nicht immer. Im Ausland ist am günstigsten, direkt mit EC- oder Kreditkarte zu zahlen, in der EU ist dies kostenlos. Je nach Bank muss man sie aber im Voraus freischalten lassen. Außerhalb der Euro-Länder sollte man unbedingt in Landeswährung zahlen, rät die Stiftung Warentest, da man sonst – etwa in Restaurants – durch ungünstige Wechselkurse Verluste macht. Auch an Geldautomaten außerhalb des Euro-Raums lauert häufiger Gefahr als bei direkter Kartenzahlung. Hier sollten Urlauber die sofortige Umrechnung in die Heimatwährung unbedingt vermeiden, die oft mit Hinweisen wie „fixer Kurs“ oder „Gebühren 0 Prozent“ angeboten wird. Hier warten „zwischen 2,6 und über zwölf Prozent Verlust“, schreibt die Verbraucherorganisation. Am meisten sparen Bankkunden, die mit ihrer Kreditkarte kostenlos Geld abheben können. Die Deutsche Kreditbank sowie Comdirect bieten solche Karten an.

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