Wirtschaft : Gute Chance für Hennigsdorfer Adtranz-Fabrik

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Die Entscheidung über das Werk für Schienenfahrzeuge im brandenburgischen Hennigsdorf steht offenbar bevor. Nach Angaben aus Betriebsratskreisen sind für kommenden Montag außerordentliche Aufsichtsratssitzungen für die Bombardier Transportation GmbH (früher Adtranz) und die ebenfalls zu Bombardier gehörende Deutsche Waggonbau GmbH (DWA) angesetzt. Das bestätigte der DWA-Gesamtbetriebsratschef Jürgen Conrad am Freitag auf Anfrage. Dem Vernehmen nach will Bombardier am kommenden Dienstag über die Beschlüsse der Aufsichtsgremien informieren. Offenbar ist der Bombardier-Standort in Halle-Ammendorf (Sachsen-Anhalt) gefährdet. Der Ammendorfer Betriebsratschef Rainer Knothe sagte laut "Mitteldeutscher Zeitung", Bombardier wolle am Montag die Schließung einer der beiden Produktionsstätten verkünden. Ein Vorstandsmitglied von Bombardier Transportation habe ihm das mit dem Hinweis auf Überkapazitäten mitgeteilt. Knothe sieht dem Blatt zufolge deutliche Anzeichen dafür, dass das Werk in Ammendorf mit rund 850 Arbeitsplätzen geschlossen werden soll. Für Hennigsdorf hat nicht zuletzt der Aufbau eines "Technologiezentrums Bahn" geführt, zu dem auch eine Teststrecke gehört. Diese Einrichtung wird vom Land Brandenburg mit mindestens 90 Millionen Mark gefördert.

Die kanadische Bombardier-Gruppe hatte das Hennigsdorfer Unternehmen Adtranz im Mai für 1,5 Milliarden Mark von Daimler-Chrysler übernommen. In Hennigsdorf sind rund 2500 Personen beschäftigt. Bombardier überprüft seit Monaten seine 56 Werke in 23 Ländern. In der Bundesrepublik hat Bombardier rund ein Dutzend Fertigungsstandorte. Am Freitagabend wurde bekannt, dass Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reinhard Höppner (SPD) sich am Montag mit dem Vorstandschef von Bombardier Transportation, Pierre Lortie, treffen will, um sich für den Erhalt des Waggonbaustandortes in Ammendorf stark zu machen.

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