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Gute Ernährung : Landwirtschaftsminister Schmidt setzt auf neues Tierwohllabel

Vor der Grünen Woche in Berlin hat Agrarminister Schmidt große Pläne. Ein Label zum Wohl der Tiere soll an den Erfolg des Biosiegels anknüpfen.

Heike Jahberg
Guten Appetit: Minister Schmidt beim Mittagessen in einer Berliner Schule.
Guten Appetit: Minister Schmidt beim Mittagessen in einer Berliner Schule.Foto: Thilo Rückeis

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) will mit seinem geplanten, staatlichen Tierwohllabel an den Erfolg des Biosiegels anknüpfen und strebt eine „breite Marktdurchdringung“ an. „Das nationale Biosiegel tragen inzwischen mehr als 75.000 Produkte“, sagte Schmidt dem Tagesspiegel. „Diese Entwicklung will ich mit dem Tierwohllabel auch erreichen“.

Der CSU-Politiker will Landwirte belohnen, die bei der Tierhaltung die gesetzlichen Vorgaben übertreffen – etwa durch mehr Platz in den Ställen oder Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere. Das staatliche Tierwohllabel soll mehrstufig sein. Schmidt will mit Schweinefleisch starten und das Label dann auf Geflügel ausweiten. Landwirte, die teilnehmen wollen, will Schmidt zusammen mit den Ländern finanziell unterstützen. „Mein Ziel ist klar: Produkte mit Tierwohllabel, die Anforderungen oberhalb der gesetzlichen Standards erfüllen, müssen bezahlbar sein“, sagte Schmidt. Einzelheiten will der Minister auf der Grünen Woche in Berlin vorstellen.

Debatte hat religiöse Züge

Heftige Kritik übte der CSU-Politiker an der zunehmenden Ideologisierung von Essen. „Wie man isst und was man isst, das hat in unserem Land fast schon religiöse Züge“, sagte Schmidt. Schweinefleisch aus Multikulti-Gründen zu verbannen, hält der Franke für falsch. „Die Auswahl für die Mehrheit der Gesellschaft zu begrenzen - das ist mir zu kurz gegriffen. Ich kann nicht erkennen, dass dies förderlich für die Integration ist.“

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