Gute Geschäfte dank des Onlinehandels : Die Post glaubt an den Weihnachtsmann

Im vierten Quartal will das Unternehmen erstmals mehr als acht Millionen Pakete pro Tag zustellen.

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Paketflut. Der florierende Onlinehandel sorgt auch bei der Post für gute Geschäfte.
Paketflut. Der florierende Onlinehandel sorgt auch bei der Post für gute Geschäfte.Foto: dpa

Die Digitalisierung verändert das Geschäft der Deutschen Post massiv. Immer weniger Menschen schreiben Briefe. Der Brief war aber einst der große Gewinnbringer für das Unternehmen. Dafür kaufen immer mehr Menschen im Internet ein – und die Post liefert. Der Erfolg der Onlinehändler von Amazon bis Zalando beschert somit auch der Post gute Geschäfte. So gut, dass sie versuchen will, das „deutsche Erfolgsmodell“ zu exportieren, wie Post-Chef Frank Appel am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen sagte. Die Post werde auch in Polen, der Tschechischen Republik und den Benelux-Staaten verstärkt Päckchen und Pakete an Privatkunden liefern. Dazu sollen die entsprechenden Bereiche der Tochter DHL in die Briefsparte eingegliedert werden, in der schon das deutsche Paketgeschäft gebündelt ist.

Zwar ist der Umsatz des Post- und Logistikkonzern im dritten Quartal 2013 leicht zurückgegangen – dennoch hat die Post im dritten Quartal 2013 erneut mehr verdient. Wegen negativer Währungs- sowie weiterer Sondereffekte sanken die Erlöse im Vergleich zur Vorjahresperiode zwar um 2,5 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro. Bereinigt um diese Einflüsse stieg der Umsatz jedoch um 3,4 Prozent. Der Konzerngewinn wuchs in dem Zeitraum sogar um fast sechs Prozent auf 399 Millionen Euro. Zu dieser Entwicklung habe auch „die verbesserte Volumen- und Umsatzentwicklung im Paketgeschäft in Deutschland beigetragen“, teilte die Post mit – aber auch die Portoerhöhung und das florierende internationale Expressgeschäft.

Die Post-Aktie steigt

Bei den Investoren kamen die Zahlen gut an. Die Aktie stieg am Dienstag in der Spitze um 2,8 Prozent auf ein Sechseinhalb-Jahres-Hoch von 25,48 Euro. Damit war sie zwischenzeitlich auch Spitzenreiter im Dax. DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp nannte die Quartalsergebnisse solide. Das Unternehmen verfüge über gute Wachstumsaussichten.

Jetzt steht erst einmal das traditionell starke vierte Quartal an: In den Wochen vor Weihnachten soll der Onlinehandel wiederum für eine steigende Nachfrage sorgen. Bis zu acht Millionen Pakete könnte das Unternehmen an den Spitzentagen vor Weihnachten zu den Kunden bringen, erwartet Appel – und das wäre ein Rekord in Deutschland. Im Vorjahr lag die Bestmarke noch bei täglich bis zu sieben Millionen Paketen.

Und so ist Post-Chef Appel zuversichtlich, seine Jahresziele auch zu erreichen. Erst im August hatte er die Prognose für das Gesamtjahr angehoben: Die Post rechnet nun mit einen Anstieg des operativen Gewinns von 2,67 Milliarden Euro im Vorjahr auf 2,75 bis drei Milliarden Euro im laufenden Jahr. Sorgen bereiten dem weltweit agierenden Post- und Logistikkonzern vor allem Währungsschwankungen und die unsichere Konjunktur außerhalb des Heimatmarkts.

Post könnte vom Mindestlohn profitieren

Hierzulande wiederum könnte die Post von der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns profitieren. Für das Unternehmen selbst würde eine solche Lohnuntergrenze wenig Auswirkungen haben, sagte Appel. In ihrem Brief- und Paketgeschäft zahle die Post bereits mehr als die 8,50 Euro pro Stunde die derzeit in der Mindestlohn-Debatte diskutiert werden. Ein Mindestlohn werde aber Auswirkungen auf Wettbewerber in Deutschland haben, denn deren Kosten könnten dann steigen. Dies hänge aber auch davon ab, wie gut die Einhaltung eines Mindestlohns kontrolliert werde. (mit Reuters)

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