Gute Geschäfte mit Verkehrsfliegern : Die Börse feiert ein Rekordjahr für Airbus

Der teure Ärger mit dem Militärflieger A400M hat Airbus nicht gebremst. Im vergangenen Jahr verdiente der Luft- und Raumfahrtkonzern so viel wie nie. Der Aktienkurs springt nach oben.

Hoch hinaus. Im laufenden Jahr will Vorstandschef Thomas Enders Umsatz und Gewinn weiter steigern.
Hoch hinaus. Im laufenden Jahr will Vorstandschef Thomas Enders Umsatz und Gewinn weiter steigern.Foto: Reuters/Michaela Rehle

Anleger jubilieren angesichts eines erneuten Rekordjahrs bei Airbus: Die Aktien schossen in der Spitze um 6,7 Prozent auf 55,07 Euro in die Höhe und waren damit so teuer wie seit rund einem Jahr nicht mehr. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern hat im vergangenen Jahr trotz teuren Ärgers mit dem Militärtransporter A400M so gut verdient wie nie zuvor. Vor allem gute Geschäfte mit den Verkehrsflugzeugen von Airbus ließen den Überschuss um 59 Prozent auf gut 2,3 Milliarden Euro hoch springen, wie der Konzern am Freitag in München mitteilte. Die Aktionäre können sich über eine überraschend hohe Rekord-Dividende von 1,20 Euro je Anteil und die Aussicht auf weiter steigende Ausschüttungen freuen. Die hohen Extrakosten für den Militärtransporter waren bereits erwartet worden, nachdem sich die Auslieferung der Maschinen für die deutsche Luftwaffe immer weiter verzögert hatte. Im vierten Quartal verbuchte Airbus nun Extrakosten von 551 Millionen Euro. Sondergewinne etwa aus dem Verkauf von Anteilen am französischen Luftfahrtkonzern Dassault glichen die Belastung aber praktisch aus.

Airbus wirft gut zwei Drittel mehr ab als im Vorjahr

Im operativen Geschäft schnitt der Airbus-Konzern sogar besser ab als von Analysten erwartet. Der Umsatz legte überraschend stark um fünf Prozent auf 60,7 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn (Ebit) wuchs um mehr als die Hälfte auf 4,0 Milliarden Euro. Treiber war dabei die Kernsparte, der Verkehrsflugzeugbauer Airbus. Sein Geschäft mit Passagier- und Frachtflugzeugen warf gut zwei Drittel mehr ab als ein Jahr zuvor. Auch die Hubschraubersparte Airbus Helicopters verdiente besser.
Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte Airbus Defence & Space musste wegen der A400M-Probleme hingegen einen Gewinnrückgang um 38 Prozent verkraften. Der bisherige Militärflugzeug-Chef Domingo Ureña-Raso hatte aufgrund der Schwierigkeiten Ende Januar seinen Hut genommen.

Vorstand kündigt weitere Dividendensteigerung an

Im laufenden Jahr will Vorstandschef Thomas Enders Umsatz und Gewinn weiter steigern. Auch die Dividende soll weiter wachsen, nachdem bereits die Ausschüttung für 2014 um 60 Prozent höher ausfällt als im Vorjahr. In den kommenden Jahren sattelt Airbus noch stärker auf sein Geschäft mit den stark gefragten Mittelstreckenjets um. Ab Anfang 2017 sollen monatlich statt der bisherigen 42 Maschinen 50 Jets der A320-Modellfamilie fertig werden. Schon ab 2016 muss Airbus die Produktion des älteren Langstreckenmodells A330 allerdings von zehn auf sechs Maschinen pro Monat zurückfahren. Mit der Umstellung auf die spritsparende Neuauflage A330neo soll es dann knapp zwei Jahre später wieder nach oben gehen.

Analysten sind positiv überrascht

"2014 überzeugt auf ganzer Linie“, schrieb LBBW-Analyst Stefan Maichl. Etwas enttäuscht zeigte er sich allerdings von der Prognose für das laufende Jahr. “Der Ausblick erscheint uns sehr unkonkret.“ DZ-Bank-Analyst Markus Turnwald bescheinigte dem Konzern “glänzende Aussichten für 2017 und darüber hinaus“ und sieht Raum, die Gewinnschätzungen zu erhöhen. dpa/rtr

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