Wirtschaft : Gute Geschäfte und mehr Jobs

Rosige Aussichten: Der Berliner Mittelstand meldet gestiegene Umsätze und will im kommenden Jahr investieren.

Stefan Kaiser

Berlin - 2007 ist für den Berliner Mittelstand ein gutes Jahr. Laut einer aktuellen Umfrage unter 2000 Berliner Unternehmern rechnet mehr als die Hälfte (51 Prozent) der befragten mit höheren Umsätzen als im Vorjahr. Nur 15 Prozent erwarten einen Rückgang. Auch die allgemeine Geschäftsentwicklung beurteilen die Firmen etwas besser als noch vor Jahresfrist. Auf einer Skala von eins (sehr schlecht) bis zehn (exzellent) geben sie einen Durchschnittswert von 6,3 an – nach 6,0 im Vorjahr.

Die Umfrage wurde von der Landesbank Berlin (LBB) und dem DIW Econ, einer Tochterfirma des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, vor allem unter kleineren Unternehmen durchgeführt. Die Ergebnisse liegen dem Tagesspiegel in Auszügen vor.

„Wir spüren den wachsenden Optimismus der Kunden“, sagt Thomas Rossmann, Firmenkundenmanager der Landesbank Berlin. „Viele Firmen, die sonst noch gespart haben, fangen jetzt wieder an zu investieren.“ Laut Umfrage planen 87 Prozent der befragten Mittelständler in den kommenden zwölf Monaten Investitionen. Lars Handrich, Geschäftsführer des DIW Econ, ist dennoch skeptisch: Er verweist darauf, dass nur 22 Prozent der Unternehmen Erweiterungsinvestitionen planen. Der Großteil will dagegen vor allem in Ersatzbeschaffungen investieren. „Es ist die Frage, ob Berlin wirklich einen Aufschwung erlebt, oder ob nur die jahrelang brachliegenden Kapazitäten genutzt werden“, sagt Handrich.

Immerhin will jedes vierte Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen: 26 Prozent erwarten 2008 mehr Beschäftigte als im Vorjahr. Nur sieben Prozent rechnen mit einem Jobabbau. Vor allem größere Unternehmen klagen laut Umfrage über einen Mangel an geeigneten Fachkräften. Rund 57 Prozent der Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 2,5 Millionen Euro gaben an, sich künftig verstärkt der Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte zu widmen.

Als größtes Hemmnis der Geschäftsentwicklung wird insgesamt die ausgeprägte Bürokratie und der gesetzliche Rahmen empfunden. 51 Prozent der befragten Unternehmer beklagen sich darüber. An zweiter Stelle liegt das steuerpolitische Umfeld, das rund ein Drittel der Unternehmen als Hemmnis sieht.

Auch die zum 1. Januar 2008 geplante Einführung einer emissionsabhängigen Umweltplakette für Fahrzeuge im Innenstadtbereich (Umweltzone) ärgert viele Unternehmen. 30 Prozent der Mittelständler befürchten eine belastende Wirkung. Vor allem Firmen aus dem Handwerk, der Dienstleistungsbranche und der Bauwirtschaft sehen sich betroffen.

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