Wirtschaft : Gute Nachrichten für die Berliner Bank

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Von Bernd Hops

Die Bankgesellschaft ist gerettet. Die milliardenschweren Beihilfen des Landes für das Institut werden schon bald von der Europäischen Kommission genehmigt werden. Ohne diese Hilfe könnte die Bank nicht überleben. Aber der Preis dafür ist hoch. Die Genehmigung gibt es nämlich nur, wenn das Institut seine Tochter, die Berliner Bank, zügig verkauft. Für die Bankgesellschaft ist das nicht nur ärgerlich. Es ist mehr als peinlich. Erst im Sommer wurde die Berliner Bank in den Gesamtkonzern integriert. Ohne diese Einverleibung, so argumentierte die Bankgesellschaft damals, werde das Haus insgesamt keine betriebswirtschaftlich sinnvolle Größe erreichen. Jetzt wird es teuer, die Berliner Bank wieder auszugliedern und sie voll funktionsfähig zu machen. Denn bis Anfang 2007 muss die Berliner Bank verkauft sein.

Die gute Nachricht für den Steuerzahler ist aber eine andere: Bis zum Ende desselben Jahres muss sich das Land Berlin auch von der Bankgesellschaft trennen. Das heißt: Beim nächsten Versuch, das Institut zu verkaufen, muss der Senat ernst machen. Das Argument, die Bank sei mehr wert, als geboten wurde, zieht dann nicht mehr. Das ist gut. Denn die Frage des Preises für die Bankgesellschaft war in Berlin immer eine politische Frage. Das Land wollte unbedingt die 1,75 Milliarden Euro, die es zur Rettung eingeschossen hatte, als Kaufpreis zurückhaben. Zahlen wollte das niemand. Also wurde nicht verkauft. Dieses Spiel könnte unendlich lange fortgeführt werden, bliebe der Politik das Urteil darüber überlassen, was der gerechte Preis für das Institut ist.

Für Verbraucher und Steuerzahler ist die Einigung mit den Brüsseler Behörden deshalb ein Grund zur Erleichterung. Und die Bank hat genügend Zeit zu zeigen, ob wieder etwas in ihr steckt.

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