Wirtschaft : Gute Nachrichten für Lufthansa-Kunden

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Von Dieter Fockenbrock

So gut wie im deutschen Luftverkehr ist zur Zeit auf keinem Markt abzulesen, welch segensreichen Folgen der Wettbewerb hat. Die Zeiten, als jeder Hin- und Rückflug im Lande mindestens 300 Euro kostete, Sonderkonditionen allenfalls zu Ferienzeiten zu bekommen waren, sind vorbei. Die Billigflieger haben zuerst den Markt - und jetzt auch die Lufthansa - in Bewegung gebracht.

Bisher hat sich Lufthansa-Chef Jürgen Weber auf eine reine Defensivstrategie konzentriert. Er versuchte, den Billigfliegern in ihrem eigenen Terrain Steine in den Weg zu werfen: Gegen Ryanair zog er vor Gericht, weil die irische Fluggesellschaft den n großer, zentraler und für die Fluggesellschaften teurer Flughäfen verwendet hat, statt dessen aber billigere Flughäfen in der Provinz anfliegt. Germania versuchte er, mit Billigstangeboten aus dem Markt und den Strecken zu drängen, auf denen die frühere Chartergesellschaft auch antritt.

Erst jetzt scheint die Lufthansa so weit zu sein, in die Offensive zu gehen - und sich dabei auf die Gegner zu konzentrieren, die eine echte Konkurrenz sind und es vermutlich auch bleiben werden: die Deutsche BA zum Beispiel. Schon heute gibt es auf Strecken, die von der Deutschen BA in Konkurrenz geflogen werden, Sondertarife für Sofort-Abflüge. Vor Monaten noch hätte die Lufthansa jeden, der so etwas vorgeschlagen hätte, laut ausgelacht. Und jetzt plant das Unternehmen Preissenkungen auf der ganzen Linie.

Das hängt die Lufthansa noch nicht gern an die große Glocke. In wenigen Tagen geht es aber los. 111 Euro für Hin- und Rückflug: Das dürfte die Briten ins Schwitzen bringen. Denn im Schnitt kosten zwei DBA-Flüge auch einen Hunderter, rechnet man die Flughafengebühren ein. Die Lufthansa stellt sich dem Wettbewerb. Das ist die gute Nachricht für die Kunden.

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