Wirtschaft : Gute Perspektive für Eko Stahl

IG Metall begrüßt Zusammenschluss von Arcelor und Mittal / Thyssen-Krupp beharrt auf Dofasco

Alfons Frese u. Corinna Visser

Berlin - Die Stahlfusion von Mittal und Arcelor wird von Gewerkschaftern begrüßt. Das zu Arcelor gehörende Eko- Stahlwerk im brandenburgischen Eisenhüttenstadt werde vermutlich profitieren, meinten IG Metall-Vertreter. „Die Position von Eko als Brückenkopf nach Osteuropa könnte durch die Fusion gestärkt werden“, sagte Friedhelm Matic vom Stahlbüro der Gewerkschaft. Eko könne eine Art Bindeglied abgeben zwischen den Erz- und Kohlevorkommen von Mittal in Osteuropa und den Arcelor-Stahlwerken in Westeuropa.

Unterdessen geht Thyssen-Krupp nach wie vor davon aus, nach der Fusion den kanadischen Stahlhersteller Dofasco von Arcelor-Mittal übernehmen zu können. Das teilte der deutsche Konzern am Montag mit. Man habe einen bindenden Vertrag mit Mittal Steel. Das würde die Position des Konzerns stärken. Die Börse glaubt offenbar nicht daran: Die Aktie von Thyssen- Krupp verlor 2,6 Prozent auf 25,13 Euro. „Arcelor ist weiter gegen den Verkauf von Dofasco“, heißt es beim Luxemburger Unternehmen. Arcelor-Papiere verteuerten sich um 7,1 Prozent auf 37,47 Euro.

Eko-Betriebsratschef Holger Wachsmann sagte dem Tagesspiegel, er hoffe, dass Eko langfristig „die Führungsrolle für die hochqualitativen Bereiche in Osteuropa übernimmt“. Ähnlich äußerte sich der ostdeutsche IG-Metall-Chef Olivier Höbel. „Von der technologischen Ausstattung und der Qualifikation der Mitarbeiter geht Eko mit Selbstbewusstsein in den Konzern ein.“ Es sei „nichts Schlechtes, zum größten Stahlkonzern der Welt zu gehören“.

Dem Vernehmen nach hat Arcelor schriftlich zugesagt, dass es keine fusionsbedingten Kündigungen gibt. Tarifverträge und das System der Mitbestimmung sollten gleichfalls unverändert gelten. Arcelor hat Standorte in Bremen (3700 Mitarbeiter), Eisenhüttenstadt (3000) und Unterwellenborn (700). Hinzu kommt eine Beteiligung von 51 Prozent am Dillinger Hüttenwerk (5500 Mitarbeiter). Mittal beschäftigt hier zu Lande etwa 1800 Leute. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sagte, er sei überzeugt, dass der neue Konzern die Perspektiven für die deutschen Konzerntöchter spürbar verbessern werde. Er sehe in der Entscheidung keine Gefährdung der deutschen Standorte. Arcelor-Mittal wird zum zweitgrößten Stahlproduzenten in Deutschland nach Thyssen-Krupp. Nach fünfmonatiger Abwehr hatte Arcelor am Sonntag das auf 25,6 Milliarden Euro erhöhte Gebot Mittal Steels angenommen. Im neuen Konzern werden die bisherigen Arcelor-Eigentümer 50,5 Prozent halten, die Familie Mittal 43,6 Prozent.

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