Wirtschaft : Gute Reise!

Nachbarn informieren, Impfungen auffrischen, Katzenpension suchen, Bargeld tauschen – bald beginnen die Ferien

Simon Poelchau
Deutsche im Urlaub: „Das kann doch unseren Willi nicht erschüttern“ – nicht nur Heinz Erhard fuhr gerne in den Süden. Foto: Cinetext Foto: Cinetext Bildarchiv
Deutsche im Urlaub: „Das kann doch unseren Willi nicht erschüttern“ – nicht nur Heinz Erhard fuhr gerne in den Süden. Foto:...Foto: Cinetext Bildarchiv

Ende Juni ist es so weit. Dann beginnen in Berlin die Sommerferien. Höchste Zeit, mit den Vorbereitungen zu beginnen.

DIE WOHNUNG

Egal, ob man nur ein paar Tage oder gleich zwei Monate in den Urlaub fährt, eine Pflicht, den Vermieter über die Reise zu informieren, besteht nicht. Allerdings sollte der Vermieter wissen, wo Sie für die Zeit Ihrer Abwesenheit einen Ersatzschlüssel für Notfälle (zum Beispiel Rohrbruch) deponiert haben, rät der Deutsche Mieterbund. Zudem müssen etwaige Pflichten, die im Mietvertrag geregelt sind, wie das Treppenputzen oder Rasenmähen, auch während des Urlaubs gewährleistet sein.

Schaltzeituhren für Lichter, Freunde oder gute Nachbarn, die den Briefkasten leeren und nach dem Rechten sehen: Das sind Vorsichtsmaßnahmen, die helfen, das Heim während des Urlaubs vor Einbrüchen zu schützen. Eine Alternative zu Freunden und Nachbarn sind bezahlte Haussitter, die sich während Ihres Urlaubs um Ihre Wohnung kümmern. Der Service ist schon für unter 20 Euro am Tag zu haben und reicht vom einfachen Briefkastenleeren und Blumengießen, übers Katzen füttern hin zur Rund-um- die-Uhr-Betreuung des Hauses. Auf Wunsch können auch Sekretärstätigkeiten wie das Entgegennehmen von Telefonaten gebucht werden. Wer einen Haussitter buchen möchte, sollte jetzt aktiv werden und ein Vorgespräch vereinbaren, in dem man sich kennenlernen und Absprachen treffen kann.

DAS TIER

Hunde sollte man, soweit möglich, in den Urlaub mitnehmen, rät der Deutsche Tierschutzbund. Als Rudeltiere fühlen sie die Vierbeiner in der Familie am wohlsten. Katzen sollte man dagegen lieber zu Hause lassen. Gleiches gilt für Vögel und Kleintiere. Bei der Suche nach einer Urlaubsbetreuung helfen die örtlichen Tierschutzvereine mit ihrer Aktion „Nimmst du mein Tier, nehm’ ich dein Tier“. Zudem gibt es das Urlaubsberatungstelefon (0228-604 96 27) des Deutschen Tierschutzvereins. Falls man das Tier dennoch mitnehmen muss oder will, bietet der Tierschutzbund im Internet eine Checkliste für Tierhotels an.

DIE IMPFUNGEN

„Eine Reise ist immer eine gute Möglichkeit, seine Impfungen zu aktualisieren“, sagt Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin. Neben den Grundimpfungen, wie Masern und Tetanus, rät er bei Reisen ins Ausland zu einer Hepatitis-A-Impfung. Ansonsten hängt der empfohlene Impfschutz vom Reiseland ab. Das Problem: Ob die Krankenkassen die Kosten für Reiseimpfungen und eine eventuell nötige Prophylaxe zahlen, ist ihre Sache. So trägt die DAK maximal 50 Prozent der Kosten für Schutzimpfungen, die wegen Urlaubsreisen anstehen. Die Techniker (TK) erstattet hingegen sowohl die Kosten einer Malariaprophylaxe als auch die Aufwendungen für eine Tollwut–Impfung. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Versicherten auf Grundlage der ständigen Impfkommission des RobertKoch-Instituts beim Gesundheitsamt oder einem Vertragsarzt haben impfen lassen. Eine Liste, welche Krankenkassen welche Reiseimpfungen erstatten, stellt das Centrum für Reisemedizin zur Verfügung. Dort kann man sich auch darüber informieren, welche Impfungen für ein Reiseland empfohlen werden.

DIE REISEKASSE

Auch über die Reisekasse muss man sich langsam Gedanken machen. Das Einfachste ist noch immer das Bargeld. Allerdings sollte man davon nicht zu viel mitnehmen, rät die Stiftung Warentest. Das Bare sollte nur den Bedarf der ersten Tage decken.

Um im Ausland an Bargeld zu kommen, sollten Reisende immer auf zwei Pferde setzen, etwa auf eine Bankkundenkarte (EC-Karte) und eine Kreditkarte. Das Geldabheben mit der Bankkundenkarte ist in der Regel billiger als mit der Kreditkarte. Für die Bankkundenkarte fallen meist ein bis zwei Prozent vom Abhebungsbetrag an, meistens mindestens 3,50 Euro bis zehn Euro. Mit Kreditkarten kostet das Geldabheben in der Regel zwei bis vier Prozent des Abhebungsbetrags. Die Mindestgebühr liegt im Schnitt zwischen fünf und 7,50 Euro. Das beste Plastikgeld für Urlauber ist nach Informationen der Stiftung Warentest die Postbank Sparcard. Mit dieser Karte kann man zehn Mal im Jahr kostenlos im Ausland Geld abheben.

Beim bargeldlosen Bezahlen nehmen sich Kreditkarten und Bankkarten nicht viel. In der Eurozone kann man mit beiden Kartentypen kostenlos bezahlen. Außerhalb der Euro-Zone kostet das in der Regel ein bis zwei Prozent des Umsatzes.

DER MIETWAGEN

„Wer im Urlaub ein Auto haben will, sollte das auf jeden Fall von zu Hause aus buchen“, rät Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC. Eine kostengünstige Alternative zu den großen Autovermietungen sind Internetportale wie www.billiger-mietwagen.de. Ein Auto der Kompaktklasse gibt es dort für eine Woche im Juli in Barcelona rund 100 Euro billiger als bei Europcar. Mietwagen sollte man stets mit Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung – ohne Selbstbeteiligung – mieten, empfiehlt der Autoclub. Falls man doch ein Auto vor Ort mieten will, empfiehlt sich die sogenannte Mallorca-Police, da in den Urlaubsländern die Autoversicherungen in der Regel nur eine sehr kleine Schadenssumme abdecken. Die Mallorca-Police erhöht die Schadensabdeckung auf zehn Millionen Euro für Sach- und Personenschäden. Sie kostet rund 20 Euro.

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