Wirtschaft : Gute Stimmung in Europa Wirtschaftsklima in der Eurozone verbessert sich

Berlin - Die europäische Konjunktur bleibt auf Wachstumskurs. Der vierteljährlich vom Münchener Ifo-Institut ermittelte Wirtschaftsklimaindex für den Euroraum stieg im dritten Quartal von 106,8 auf 111,9 Punkte. „Die neuesten Umfrageergebnisse sprechen für einen anhaltenden Konjunkturaufschwung im zweiten Halbjahr 2007“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Während in der Eurozone die Teuerungsrate zurückging, sorgten in Deutschland die hohen Strom- und Lebensmittelkosten für einen Anstieg der Inflation auf 1,9 Prozent.

Neben der „ausgesprochen positiven“ wirtschaftlichen Lage in Deutschland und Österreich bewerten die Münchener Wissenschaftler die ökonomische Situation in den Niederlanden, Finnland, Irland und Luxemburg als „günstig“. Einzig in Portugal sei die Lage schlecht. Auch die US-Hypothekenkrise werde den europäischen Aufschwung nicht stoppen. „Wenn sich die Immobilienkrise nicht stark verschärft, dürfte das keine Auswirkungen auf die europäische Konjunktur haben“, sagte Gebhard Flaig vom Ifo-Institut dem Tagesspiegel.

Die Inflationsrate in der Eurozone ging im Juli leicht zurück. Aufgrund sinkender Benzin- und Telefonkosten schwächte sich die Teuerung um 0,1 Punkte auf 1,8 Prozent ab, teilte die Europäische Statistikbehörde mit. In Deutschland hingegen stieg die Inflation nach Angaben des Bundesamtes für Statistik auf 1,9 Prozent, im Juni waren es 1,8 Prozent gewesen. Damit liegt die Teuerungsrate in der Bundesrepublik knapp unter der von der Europäischen Zentralbank tolerierten Grenze von zwei Prozent. Als Gründe für den Anstieg nennen die Statistiker die Preiserhöhungen beim Strom und in der Lebensmittelbranche.

Die Strompreise verteuerten sich im Vergleich zum Juli 2006 um 6,8 Prozent, die kräftigste Erhöhung seit fast acht Jahren. Beim Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) macht man die gestiegenen Beschaffungskosten der Stromversorger für den Anstieg verantwortlich. „Außerdem wurde die Mehrwertsteuererhöhung an die Kunden weitergegeben“, sagte ein VDEW-Sprecher. Die Nahrungsmittelpreise stiegen insgesamt um 1,9 Prozent. Besonders stark verteuerte sich Vollmilch. Ein Liter kostete im Juli 7,8 Prozent mehr als vor einem Jahr, der Brötchenpreis legte um 4,6 Prozent zu. In Zukunft könnte sich auch der Kaffeepreis erhöhen. Die Rohkaffeekosten seien stark gestiegen, warnte der Deutsche Kaffeeverband. cgi

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