Wirtschaft : "Gute Vertrauensbasis" mit der Allianz geschaffen

dr/ro

Die Deutsche Bank 24 (DB 24) plant nach wie vor die Zusammenarbeit mit dem Versicherungskonzern Allianz und ihren Börsengang. Dies jedenfalls war den Worten des Vorstandssprechers, Herbert Walter, am Dienstag zu entnehmen. Auch nach dem Scheitern der Fusion mit der Dresdner Bank sei der ursprünglich geplante Börsengang der Filialtochter der Deutschen Bank "eine sehr gute Idee", sagte Walter. Das Institut sei auf dem Wege dahin. Das Gleiche gelte für die Zusammenarbeit mit der Allianz. In den bisherigen Gesprächen sei eine "gute Vertrauensbasis" geschaffen worden. "Wir haben uns kennengelernt und Vertrauen aufgebaut. Wir sind offen für weitere Gespräche", sagte Walter am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz seines Hauses.

Daneben setzt das Institut auf eigenes Wachstum und will seinen "Modernisierungskurs" weiter verfolgen. Für die Zukunft sei man gut gerüstet, so Walter. Seit dem Start am 1. September des vergangenen Jahres sei der Kundenstamm um 300 000 auf 7,1 Millionen ausgebaut worden. Allein im März konnten 80 000 Kunden hinzugewonnen werden. Mit 750 000 Online-Kunden sei die Deutsche Bank 24 die größte Online-Bank in Deutschland und die Nummer zwei in Europa. Wenn sich das Wachstum weiter fortsetze wie bisher, werde das Jahresziel von einer Millionen Online-Kunden noch übertroffen. Bis zum Jahr 2002 strebe die Deutsche Bank 24 insgesamt rund zwei Millionen Online-Kunden an, so Walter weiter. Er baut in diesem Zusammenhang vor allem auch auf die Partnerschaften mit Yahoo, AOL und ebay. Insgesamt will Walter aber durch die ganze Breite des Finanzangebotes von Girokonten über Wertpapierdepots, Versicherungen und Bankfinanzierungen neue Kunden gewinnen. "Mit der DB 24 haben wir das Allfinanzkonzept grundlegend neu definiert." Zum Geschäftsfeld Planen und Anlegen sagte Walter, rund 2,5 Millionen Kunden hätten der Deutschen Bank 24 ihr Geldvermögen anvertraut. Insgesamt habe die Bank 1999 ein Wertpapierdepotvolumen von deutlich über 28 Milliarden Euro verwaltet.

Im Geschäftskundengeschäft soll die Zahl der Finanzcenter von derzeit rund 250 auf 300 ausgebaut werden. Unklar ist nach der gescheiterten Fusion allerdings, wie die DB 24 künftig ihr Netz von 1320 Filialen strafft. Dafür muss nach Angaben von Walter jetzt ein neues Konzept erarbeitet werden. Fest steht allerdings, dass die Bank bis Ende des kommenden Jahres rund 1400 von derzeit rund 17 500 Arbeitsplätze streicht.

In ihrem ersten Geschäftsjahr rutschte das Geldhaus, in der die Deutsche Bank ihr Filial- und Direktbankgeschäft mit Privat- und Geschäftskunden ausgegliedert hat, auf Anhieb in die schwarzen Zahlen und erreichte ein Betriebsergebnis von 177 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet die Bank mit einem Betriebsergebnis nach Risikovorsorge von mehr als 200 Millionen Euro. "Wir haben schon im Startjahr bewiesen, dass Retailbanking in Deutschland profitabel sein kann", freut sich Walter.

Wichtigster Ertragsteil in der Erfolgsrechnung der Bank war im vergangenen Jahr der Zinsüberschuss mit 1,36 Milliarden Euro. Der Provisionsgewinn lag bei 816 Millionen Euro. Dagegen stand ein Verwaltungsaufwand von 1,94 Milliarden Euro. Dazu addierte sich ein außerordentlicher Verlust von 145 Millionen Euro für den Aufbau der Bank. Außerdem hat das Institut 204 Millionen Euro für künftige Vertriebs- und Marketingaufwendungen zurückgestellt. Unter dem Strich bleibt der Bank ein Gewinn von 38 Millionen Euro, der an die Konzernmutter Deutsche Bank abgeführt wird.

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