Wirtschaft : Gutenberg im 21. Jahrhundert Drucker nutzen heute

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Teamwork. Zwei Drucker füllen die Farbe in einer Offset-Druckmaschine nach. Foto: dpa
Teamwork. Zwei Drucker füllen die Farbe in einer Offset-Druckmaschine nach. Foto: dpaFoto: dpa-tmn

Im digitalen Zeitalter klingt es geradezu altmodisch, Drucker werden zu wollen. Auf den ersten Blick verwundert es daher nicht, dass die Zahl der Auszubildenden in diesem Beruf rückläufig ist. Etwas mehr als 3600 angehende Drucker gab es im vergangenen Jahr – 2008 waren es noch 4000. Dennoch steht das Gewerbe, dessen Tradition bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts zurückreicht, noch lange nicht vor dem Aussterben.

   „Der Beruf des Druckers wird auch künftig nicht überflüssig werden“, sagt Michael Assenmacher vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. „Neue Technologien wie Print-on-Demand bringen neue Kunden.“ Denn heute geben nicht nur Verlage Bücher in den Druck. Dank der Digitaltechnik können Autoren ihre Manuskripte elektronisch in Buchform bringen und nach Bedarf – also „on demand“ – drucken lassen. Dieses Verfahren eröffnet den Buchdruck für fast jedermann.

   Aus der sinkenden Zahl der Ausbildungsverträge lässt sich zudem nicht unbedingt ableiten, dass es für Bewerber schwerer wird, eine Stelle zu finden. Die Chancen dürften sich sogar verbessern, schätzt Melanie Erlewein vom Verband Druck, Papierverarbeitung und Medien Baden-Württemberg in Ostfildern nahe Stuttgart. „Aufgrund des demografischen Wandels werden künftig auch in der Druckindustrie Azubis fehlen.“

Die meisten Lehrlinge sind in der Fachrichtung Flachdruck zu finden. Etwa 75 Prozent der Azubis lernen in diesem Bereich. Dazu gehört der Offsetdruck, ein heute im Buchdruck verbreitetes Verfahren. Außerdem kann man sich auf Hochdruck spezialisieren. Diese Methode kommt aus dem klassischen Buchdruck, wird heute aber eher bei Etiketten angewandt. Im Tiefdruck geht es mehr um Zeitschriften oder Kataloge mit hohen Auflagen. Die vierte Richtung ist der Digitaldruck, das neueste Verfahren.

Drei Jahre dauert die Ausbildung. Die Azubis lernen, für Druckerzeugnisse passende Formate und Materialien auszuwählen. Ihnen wird beigebracht, die Geräte zu bedienen und zu warten. Im letzten Drittel der Lehrzeit entscheiden sie sich für eine der vier Fachrichtungen.

   Firmen verlangen meist die Mittlere Reife von Bewerbern. Chancen haben sie aber auch mit einem guten Hauptschulabschluss. „Als Drucker benötigt man technisches Verständnis“, sagt Erlewein. Kandidaten müssten sich immer stärker mit dem Computer auseinandersetzen. Außerdem ist Genauigkeit und eine schnelle Auffassungsgabe gefragt, denn Abweichungen vom Original müssen im Druck sofort erkannt werden. Wichtig sind zudem eine ästhetische Ader.

   Ein Geselle im zweiten Berufsjahr in einem Flachdruck-Betrieb kommt Erlewein zufolge auf knapp 34 000 Euro, Sonderleistungen wie Urlaubsgeld inklusive. Dafür arbeitet er in der Regel montags bis freitags von 6 bis 14 Uhr. dpa

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