Wirtschaft : Guter Start

Im ersten Jahr als Vorstandschef steigert Daniel Wall den Umsatz um 14 Prozent

Alfons Frese
Daniel Wall
Daniel Wall präsentiert den neuen "Dog Service" -Foto: Thilo Rückeis

BerlinDas erste Jahr unter der neuen Führung hat die Berliner Wall AG gut überstanden. Der Umsatz des Werbeunternehmens stieg um fast 14 Prozent und landete mit 152,7 Millionen Euro erstmals jenseits der Marke von 150 Millionen Euro. Der Vorstandsvorsitzende Daniel Wall, der die Geschäfte Anfang des vergangenen Jahres von seinem Vater Hans übernommen hatte, erklärte den Erfolg am Montag mit „unserer Qualitätsstrategie und der starken Stellung im Heimatmarkt“. Hans Wall (65), der das Unternehmen gründete und es mehrheitlich besitzt, hatte im Dezember den Vorsitz des Aufsichtsrats von Rechtsanwalt Karlheinz Knauthe übernommen.

Über den Gewinn machte Wall wie gewohnt keine Angaben. Immerhin gab der Vorstandsvorsitzende in einer Firmenmitteilung eine Prognose für das gerade begonnene Jahr ab. „Die positive Entwicklungsdynamik wird es auch in 2008 geben, sowohl für das nationale als auch internationale Geschäft“, sagte Daniel Wall. Im Ausland war der Außenwerber und Stadtmöblierer zuletzt vor allem in Istanbul erfolgreich. In der Großstadt am Bosporus setzte Wall 2005 rund 15 Millionen Euro um. Daneben ist Wall unter anderem in Boston, Budapest und Sofia mit Werbeflächen vertreten.

In Deutschland war das inzwischen 652 Mitarbeiter zählende Familienunternehmen vor allem auf dem Heimatmarkt Berlin erfolgreich. Bei der wichtigsten Ausschreibung des Jahres, als es um den Zuschlag für die Außenwerbung in Hamburg ging, verlor die kleine Wall AG im Herbst gegen die Konzerne Ströer und Decaux. Mit dem französischen Decaux-Konzern verbindet Wall eine wechselhafte Beziehung. Im August 2006 hatte Decaux für 103 Millionen Euro die Werbetochter VVR Berek der Berliner Verkehrsbetriebe übernommen und landete damit einen spektakulären Treffer mitten in Walls Revier. Der alte Wall schäumte damals und drohte mit dem Wegzug aus Berlin.

Ein halbes Jahr später löste sich die Aufregung in Wohlgefallen auf: Decaux reichte die VVR Berek an Wall weiter, der wiederum gab dafür die niederländische und russische Tochter an Decaux sowie zehn Prozent an der gemeinsamen US-Gesellschaft. Im Ergebnis verteidigte Wall also seine starke Stellung auf dem Berliner Markt, die ihm entsprechende Erlöse sichert, und musste dafür die internationalen Ambitionen reduzieren.

In diesen Zusammenhang passt die Gründung der Draussenwerber GmbH vor ein paar Wochen. Die neue Wall- Tochter mit rund 50 Mitarbeitern und Sitz in Spandau bietet Werbekunden in Berlin rund 3000 Werbeträger mit insgesamt 40 000 Plakatflächen. Werbeträger sind Litfaßsäulen, Bus- und Straßenbahnwartehallen sowie 1000 Flächen in den U-Bahnhöfen. Die Wall AG selbst vermarktet weiterhin die Flächen in den erleuchteten „City Light Postern“ sowie die eher großflächigen Werbeformate. Insgesamt ist Wall in 26 deutschen Städten vertreten. Die Wartehallen, Toilettenhäuschen und Litfaßsäulen werde in einem eigenen Werk im brandenburgischen Velten produziert. Detaillierte Angaben zum vergangenen Geschäftsjahr sowie Informationen über Arbeitsschwerpunkte in 2008 will Wall im Rahmen der Jahrespressekonferenz im März bekanntgeben. Aktuell beteiligt sich der Berliner Mittelständler an Ausschreibungen in Tübingen, Bielefeld und Münster.

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