• Gutverdiener sparen mit Pendlerpauschale am meisten DIW: Schlecht Bezahlte wären von Kürzung am stärksten betroffen

Wirtschaft : Gutverdiener sparen mit Pendlerpauschale am meisten DIW: Schlecht Bezahlte wären von Kürzung am stärksten betroffen

-

(pet). Von der Kürzung der Entfernungspauschale für Pendler werden nach Meinung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vor allem Arbeitnehmer mit hohem Einkommen profitieren. „Sie haben im Durchschnitt die längeren Wege zur Arbeit“, heißt es im aktuellen Wochenbericht der Berliner Ökonomen. Überdurchschnittlich benachteiligt seien dagegen 350 000 Pendler, die lange Wege zum Arbeitsplatz zurücklegen müssten, und dadurch zeitlich und finanziell stark belastet würden, obwohl sie nur über ein sehr niedriges Einkommen verfügten. Für sie sollte es „zumindest keine Schlechterstellung“ durch die Gesetzesänderung geben, mahnt das DIW. Sonderregeln für Härtefälle lehnt das Bundesfinanzministerium aber ab. „Ausnahmen sind nicht vorgesehen“, sagte eine Sprecherin. Im Übrigen würden Geringverdiener durch das Vorziehen der Steuerreform vom kommenden Jahr an entlastet.

Die Regierung will die Pendlerpauschale ab 2004 auf 15 Cent pro Kilometer kürzen. Zurzeit beträgt der Steuervorteil 36 Cent für die ersten zehn und 40 Cent für jeden weiteren Kilometer – unabhängig davon, ob der Pendler mit dem Auto, Motorrad oder Fahrrad unterwegs ist. Die Entfernungspauschale soll reduziert werden, um das Vorziehen der Steuerreform zu finanzieren. Am Freitag stimmt der Bundestag über die Vorlage ab. Viele Länder haben allerdings angekündigt, im Bundesrat gegen die Kürzung zu stimmen.

Nach Untersuchungen des DIW ist bei einem Viertel der Gutverdiener der tägliche Arbeitsweg 20 Kilometer oder länger. Dadurch könnten sie bei den Werbungskosten höhere Beträge geltend machen. Da sie wegen der Steuerprogression im allgemeinen einen höheren Grenzsteuersatz hätten, sei ihre Entlastung auch am höchsten, heißt es im DIWWochenbericht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar