Wirtschaft : Hacker stehlen mehr Daten bei US-Kunden

Boston/Washington - Von den jüngsten Hackerangriffen auf US-Einzelhändler sind offenbar mehr Unternehmen betroffen als bislang bekannt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Wochenende von mit dem Vorgang vertrauten Personen erfuhr, wurden neben Target und Neiman Marcus mindestens drei weitere bekannte amerikanische Unternehmen der Branche Opfer von ähnlichen Attacken. Auch diese hätten während der Haupteinkaufszeit vor Weihnachten stattgefunden, seien jedoch im Umfang kleiner ausgefallen. Zwar sei unklar, ob dieselben Täter dahintersteckten, das Muster sei jedoch gleich. Die Namen der drei Unternehmen wurden nicht genannt.

Target hatte am 19. Dezember einen millionenfachen Datendiebstahl eingeräumt, nachdem der Blogger Brian Krebs darüber berichtete. Dessen Ermittlungen führten Anfang Januar dazu, dass auch Neiman Marcus einen Angriff öffentlich machte. Am Freitag gestand Target ein, dass offenbar die Daten von bis zu 70 Millionen Kunden entwendet wurden – Kredit- und sonstige Bankkartendaten, Namen, E-Mail- und Lieferadressen sowie Telefonnummern.

Das US-Justizministerium und der Secret Service lehnten eine Stellungnahme zu dem Vorgang ab. Sie sind an den Target-Ermittlungen beteiligt. Die Sicherheitsexpertin Avivah Litan von der Forschungsgruppe Gartner erklärte ebenfalls, sie habe von einem Ermittler über weitere Angriffe vor denen auf Target erfahren. Namen nannte auch sie nicht.

Besonders Einzelhändler geben nur ungern erfolgreiche Hackerangriffe bekannt, weil sie Angst um ihr Geschäft haben. So räumten Target und JC Penney erst nach zwei Jahren ein, dass sie 2007 Opfer des berühmten Hackers Albert Gonzalez wurden. rtr

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