Wirtschaft : Händler bauen eigene Pfandsysteme für Einweg auf Aldi verschleudert Dosenbier

Karlsruhe entscheidet im Dezember

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Berlin (msh/deh). Zwei Wochen vor der Einführung des Dosenpfandes haben mehrere Handelskonzerne angekündigt, eigene Pfandsysteme einzuführen. Die Metro teilte mit, Kunden der Ketten Real, Extra, Kaufhof sowie der Großmärkte erhielten künftig Kassenbons, auf denen der Pfandbetrag gesondert ausgewiesen werde. Das Pfandgeld werde bei der LeergutRückgabe gegen Vorlage des Belegs erstattet. In den 3000 Läden der Spar AG und den 350 Filialen von Intermarché werden ab Januar Pfandmarken für Einweggetränke ausgegeben, die bei der Rückgabe gegen Geld eingelöst werden.

Der Handel reagiert mit den Maßnahmen auf die Tatsache, dass bis Januar kein bundesweit einheitliches Pfandsystem aufgebaut werden kann. Bis zuletzt hatte die Branche versucht, das Pfand auf gerichtlichem Wege zu verhindern und darauf gehofft, dass sich nach der Wahl die politischen Verhältnisse ändern. Über einen Eilantrag der Pfandgegner beim Bundesverfassungsgericht soll nach Angaben einer Sprecherin noch im Dezember entschieden werden. Branchenkenner rechnen aber nicht damit, dass das Pfand gekippt wird. Daher bauen die Händler jetzt eigene Pfandsysteme auf, um die Verpackungsverordnung umzusetzen.

Bei Spar ist die Rückgabe der Verpackungen nur in den Läden möglich, in denen das Getränk gekauft wurde, bei der Metro dagegen bundesweit. Weder Metro noch Spar planen, Einweg aus dem Sortiment zu streichen. Der Discounter Aldi kündigte dagegen Anfang der Woche an, Dosenbier gänzlich aus den Regalen zu verbannen. Wie es aus Kreisen des Unternehmens heißt, wird Aldi die Preise für die Bierdosen ab Donnerstag massiv herabsetzen. In einer Art Schlussverkauf sollen die Dosen noch vor dem Pfandstart losgeschlagen werden.

Unterdessen kündigten mehrere Länderumweltminister an, bei der Durchsetzung der Verpackungsverordnung maßvoll vorzugehen. Händler, die eine Rücknahme der Dosen verweigern, drohen eigentlich Strafen bis 250 000 Euro. Die Sprecherin des sächsischen Umweltministeriums brachte es auf die Formel „maßvoller und pragmatischer Vollzug". Dem schlossen sich andere Länder an. „Die ganz harte Linie will niemand", sagte Volkert Wiesner, Sprecher des niedersächsischen Umweltministeriums.

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