Wirtschaft : Hängepartie für VW-Chef geht weiter

-

Wolfsburg - VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder muss weiter auf eine Verlängerung seines Vertrags warten. Auf der zweitägigen Sitzung des Aufsichtsrats, die am Mittwoch begann, soll die Vertragsverlängerung nicht erörtert werden. Dies habe das Gremium vor Beginn der Sitzung „einvernehmlich“ beschlossen, teilte Volkswagen am Abend mit. Der Aufsichtsrat werde „ausschließlich“ strategische Fragen des Konzerns behandeln. Dabei geht es vor allem um die Sanierung der kriselnden Marke VW.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) als Spitzenvertreter der beiden VW-Hauptaktionäre sind für ein Weitermachen mit Pischetsrieder. Sie wollten ursprünglich auf der Sitzung eine Vertragsverlängerung durchsetzen. Die Arbeitnehmervertreter aber wollen, dass zunächst das Sanierungskonzept für die ertragsschwache Marke VW auf den Tisch kommt. Gesamtbetriebsratschef und Aufsichtsrat Bernd Osterloh hatte sich vor kurzem gegen einen „Freibrief“ für Pischetsrieder ausgesprochen.

In Aufsichtsratskreisen hieß es, es werde nun angestrebt, dass die Vertragsverlängerung für Pischetsrieder bis zur Hauptversammlung am 3. Mai erreicht werden soll. Pischetsrieders Vertrag läuft noch bis Frühjahr 2007. In der Branche ist es jedoch üblich, ein Jahr vor dem Auslaufen zu entscheiden, ob der Vertrag verlängert wird. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte die Verlängerung im März als „offene Frage“ bezeichnet. Piëch könnte wegen seiner umstrittenen Rolle Gegenwind auf der Hauptversammlung bekommen. Die Investmentgesellschaften DWS sowie Deka beantragten eine Einzelabstimmung zur Entlastung der Aufsichtsräte. Die Deka beantragte für diesen Fall, Piëch nicht zu entlasten. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar