Wirtschaft : Häuser und Wohnungen günstig zu kaufen

Große Unterschiede zwischen Ost- und West-Berlin BONN (wei).Wohnimmobilien sind 1997 erneut billiger geworden.Darauf hat der Verbandsdirektor der Landesbausparkassen, Hartwig Hamm, am Montag in Bonn hingewiesen.Allerdings gebe es erste Anzeichen für eine Trendwende.Hamm ist zuversichtlich, daß der Bedarf an Wohnungen auch mittelfristig hoch bleibt.Städte und Kommunen forderte er auf, mehr Bauland auszuweisen.Im ersten Quartal dieses Jahres haben die Landesbausparkassen 23 Prozent mehr Wohnimmobilien vermittelt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.Das lag auch daran, daß 1997 die Grunderwerbssteuer angehoben wurde.Ein Teil der Immobiliengeschäfte wurde deshalb auf 1996 vorgezogen.Damit alleine, sagt Hartwig Hamm, könne der starke Zuwachs in diesem Jahr aber nicht erklärt werden.Die Nachfrage nach Wohneigentum werde auch in Zukunft steigen.An den Preisen läßt sich das gegenwärtig noch nicht erkennen.Fast überall in der Republik sind Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen heute billiger zu haben als im Frühjahr 1997.Nur die Baulandpreise haben dem Abwärtstrend in einzelnen Regionen bislang widerstanden.Am stärksten sind die Preise für neue und gebrauchte Eigentumswohnungen zurückgegangen, etwas geringer war der Rückgang bei Reihenhäusern, freistehende Einfamilienhäuser wurden nur wenig billiger.Allerdings gibt es beim Preisniveau weiterhin enorme Unterschiede: Spitzenreiter ist weiterhin München.Dort zahlte man 1997 für einen Quadratmeter baureifes Land 950 DM (Vorjahr: 1000 DM), für einen Quadratmeter neu gebauten Wohnraum 7000 DM (6800 DM); eine gebrauchte Eigentumswohnung kostete an der Isar immer noch 4900 DM.Vergleichbare Werte werden allerdings auch in Städten wie Heidelberg, Karlsruhe oder Konstanz erreicht.Baugrundstücke sind dort sogar deutlich teurer als in den Ballungszentren.Am unteren Ende der Preisskala rangieren Städte in strukturschwachen Gebieten wie Goslar oder Neunkirchen (Saar).Dort wechselt Bauland den Besitzer für 100 DM je Quadratmeter.Für Berlin weist das LBS-Immobilienbarometer rückläufige Preise im gesamten Markt aus.Nur freistehende und gebrauchte Einfamilienhäuser in Ost-Berlin haben letztes Jahr weiter zum West-Niveau aufgeschlossen und kosteten in der Regel 550 000 DM (380 000 DM).Für das West-Berliner Standardhäuschen mußte man dagegen rund 700 000 DM bezahlen, genausoviel wie 1996.Für gebrauchte Reihenhäuser fielen die Preise im Westen um 20 000 DM auf 480 000 DM, im Ostteil der Stadt bezahlte man unverändert 380 000 DM.Ausgeprägter war der Preisrückgang bei neuen Objekten: im Westen um 50 000 DM auf 550 000 DM und im Osten um 25 000 DM auf 475 000 DM.Für eine neue Eigentumswohnung bezahlten die Käufer in West-Berlin noch 5800 DM (6000 DM) und in Ost-Berlin 4500 DM (5000 DM).Für gebrauchte Wohnungen ging der Preis pro Quadratmeter in der ganzen Stadt um durchschnittlich 100 DM zurück auf 3300 im Westen und auf 3900 DM im Ostteil.Die Hoffnung der Immobilienhändler in den Landesbausparkassen richtet sich auf die Häuslebauer.Nach dem Rückzug der Abschreibungskünstler ist der Bau von Geschoßwohnungen praktisch zusammengebrochen.In ganz Deutschland wurde 1997 der Bau von 158 000 Einheiten genehmigt, gegenüber 1994 war das nur die Hälfte.

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