Wirtschaft : Haffa soll überhöhte Gewinnprognose bejaht haben Ex-Aufsichtsratschef Becker äußert Zweifel

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München (dpa). Der ExAufsichtsratschef der Medienfirma EM.TV, Nickolaus Becker, hat den damaligen Vorstandschef Thomas Haffa nach eigenen Angaben mehrmals nach der Stichhaltigkeit seiner Gewinnversprechen für das Jahr 2000 gefragt. „Ich habe ihn immer wieder gefragt, ob die Prognose auch tatsächlich zu erfüllen ist“, sagte Becker am Dienstag als Zeuge im Prozess gegen Thomas Haffa und dessen Bruder Florian vor dem Münchner Landgericht. Haffa habe diese Frage stets bejaht.

Der Staatsanwalt wirft den Haffa-Brüdern unter anderem haltlose Gewinnprognosen vor. Sie hatten den Aktionären für das Jahr 2000 einen Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellt, letztlich aber rund 1,4 Milliarden Euro Verlust gemacht. Ein zentraler Punkt in dem Prozess ist die Frage, ob die Haffa-Brüder wussten, dass ihre Prognosen unrealistisch waren.

Als Finanzvorstand Rolf Rickmeyer Ende 2000 neue Zahlen präsentierte, war dies nach Worten von Becker für den Aufsichtsrat schockierend. Der Aufsichtsratschef war im Februar 2001 von seinem Posten zurückgetreten. Thomas Haffa soll Becker damals in einem Brief zum Rücktritt aufgefordert haben, da er sich gegen den geplanten Einstieg der KirchGruppe gesträubt haben soll.

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