Wirtschaft : Hagenuk-Belegschaft wieder pessimistischer

Investoren auf Kiel konzentriert BERLIN (mot).Die Belegschaft des Berliner Werkes des angeschlagenen Telefonherstellers Hagenuk muß offenbar ernsthaft um den Erhalt des Standortes fürchten.Nach Ansicht des Betriebsrates sind die Chancen, das Werk zu erhalten, deutlich gesunken.Der vorläufige Vergleichsverwalter Hans-Jürgen Beil habe am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung am Unternehmenssitz in Kiel mitgeteilt, die Verträge mit dem möglichen Investor Tiptel seien unterschriftsreif.Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche erklärt, es sei an der Handy-Fertigung in Berlin nicht interessiert.Beil habe darüber hinaus mitgeteilt, das "europäisch-amerikanische Konsortium", das als zweiter möglicher Investor im Gespräch ist, habe sein Angebot zur Übernahme aller Hagenuk-Bereiche präzisiert, konzentriere sich aber ausschließlich auf den Standort Kiel.Am 25.Februar will Beil dem Gläubigerausschuß die Investorenkonzepte zur Entscheidung vorlegen.Unterdessen verschärft sich zwischen den Belegschaften in Kiel und Berlin der Wettbewerb um den Erhalt der Standorte."Man redet nicht mit uns", kritisierte der Berliner Betriebsrat."Der Informationsfluß von Kiel nach Berlin läßt zu wünschen übrig", erklärte Ludger Loop von der Innovationsberatungsstelle der IG Metall.Der Vorwurf aus Kiel, in Berlin werde nicht über Sozialpläne und Auffanglösungen verhandelt, sei unberechtigt."Wir haben keine Informationen, die über die allgemeinen Mitteilungen des Vergleichsverwalters hinausgehen", so Loop.Prophylaktisch werde man mit dem Arbeitsamt Kontakt aufnehmen, um Auffanglösungen für die Berliner Belegschaft zu diskutieren.

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