Wirtschaft : Hagenuk verhandelt mit Interessenten

Aber Zukunft des Berliner Werks ungewiß KIEL/BERLIN (dpa).Über die Zukunft des finanziell angeschlagenen Kieler Telefonherstellers Hagenuk wird nach Angaben des vorläufigen Vergleichsverwalters, Hans-Jürgen Beil, mit vier ernsthaften Interessenten verhandelt.Im einzelnen bestätigte Beil am Dienstag in Kiel Übernahmegespräche für die Hagenuk Telecom GmbH mit einem "mittelständischen deutschen Unternehmen".Unterschriftsreife Verträge gebe es bislang nicht.Die Entscheidung über den oder die Investoren bei Hagenuk soll in den kommenden beiden Wochen fallen. Einen Bericht des "Flensburger Tageblatts", wonach lediglich die Hälfte der 1000 Mitarbeiter bei Hagenuk in Kiel weiterbeschäftigt werden könne, wies der Vergleichsverwalter zurück.Über eine Schließung des Berliner Werkes mit 300 Mitarbeitern, von der in dem Artikel ebenfalls die Rede war, werde "derzeit nicht gesprochen", sagte Beil.In Kiel und Berlin werden schnurlose Homehandys, ISDN- und Datenkommunikations-Nebenstellenanlagen sowie GSM-Funktelefone hergestellt. Hagenuk hat seit Jahren mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen.Am 5.Dezember hatte das Unternehmen ein Vergleichsverfahren beantragt.Die Lage sei desolat, hieß es seinerzeit.Dem Unternehmen, das noch im Juni angekündigt hatte, an der Spree drei bis fünf Mill.DM zu investieren, fehlten 100 Mill.DM zur Sanierung, wußten Insider zu berichten.Die Berliner IG Metall warf Hagenuk vor, Gelder aus der seinerzeit übernommen AEG Mobile Communication (AMC) abgezogen zu haben.Nach einem Massekredit über 20 Mill.DM, den die Hagenuk-Hausbanken nach einer Bürgschaftszusage des Landes kurz vor Weihnachten gewährten, konnte jedoch die Produktion von Telefonen im Januar wieder aufgenommen werden.Nach Angaben des Kieler Wirtschaftsministeriums ist die Produktion zunächst bis Ende Februar gerettet. Das "Flensburger Tageblatt" hatte berichtet, daß sich für Hagenuk eine Teilrettung abzeichne.Ein mittelständisches deutsches Unternehmen habe ein Angebot zur Übernahme der Produktionsbereiche schnurlose Telefone und ISDN-Anlagen abgegeben.Der mögliche Investor wolle jedoch nicht die verlustreiche Sparte der Handy-Produktion übernehmen.Für das Werk in Berlin mit rund 300 Stellen würde diese Lösung das Aus bedeuten.Noch in dieser Woche wolle Vergleichsverwalter Beil in der konstituierenden Sitzung des Gläubigerbeirates die Übernahmepläne vorstellen, hieß es.Offen sei bislang, was aus der Handy-Produktion werde.Die Suche nach Investoren sei schwieriger als bislang angenommen, heißt es in dem Bericht weiter. Zuletzt hatte der Schleswiger Unternehmer Gerhard Schmid, Mehrheitsaktionär der Mobilcom AG, Mitte Dezember ein kurzfristiges Auffang- und Sanierungskonzept für Hagenuk vorgelegt.Kurz vor Weihnachten hatte Schmid dann jedoch einen Rückzieher gemacht und unter Hinweis auf den 20 Mill.DM-Kredit erklärt, jetzt könne der Vergleichsverwalter einen drohenden Konkurs abwenden und mit anderen Interessenten eine vernünftige langfristige Möglichkeit finden.

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