Wirtschaft : Haindl Papier GmbH: Weltweit von der Rolle

kek

Seinen ersten Liebesbrief hat Noch-Firmenchef Clemens Haindl auf die herausgerissene Seite eines Schulheftes geschrieben. Den Verliebten der Zukunft wurde dagegen jahrelang der papierlose Schriftverkehr vorausgesagt. E-Mail und Internet sollten dem Papier den Garaus machen. Hieß es. Gekommen ist vorerst alles anders. Seit 1980 stieg der weltweite Papierverbrauch jährlich nur um 3,3 Prozent. Das änderte sich mit der Verbreitung von Druckern und Internet, die den Papierverbrauch in Deutschland pro Kopf von 187,1 Kilo (1996) auf 215 Kilo im Jahr 1999 ansteigen ließen. Heute liegt er bei 300 Millionen Tonnen.

Im vergangenen Herbst stieg die Nachfrage nach Papier sogar so stark an, dass der Preis für hundert Kilogramm Papier um 20 Prozent von 100 auf 120 Mark sprang. Altpapier, das für den Druck von Tageszeitungen benutzt wird, stieg von 15 Mark pro hundert Kilo auf 25 Mark. Neben dem hohen Dollar-Kurs und einem explodierten Anzeigenmarkt waren auch eine Reihe von Neugründungen im Zeitschriftengewerbe in den letzten beiden Jahren für die guten Umsätze verantwortlich.

Der Preisanstieg hat jedoch noch eine andere Ursache: den Machtzuwachs der großen Papierkonzerne nach einer großen Fusionswelle. Vor sechs Jahren machten die fünf größten Anbieter noch fünf Prozent der Lieferungen aus, heute beliefern sie die Hälfte des Marktes. Rund 45 Prozent des Zeitungspapiers, das in Deutschland verwendet wird, kommt aus Nordeuropa - von der norwegischen Firma Norske Skog, die nach dem Kauf der neuseeländischen Firma Fletcher Challange Paper zum zweitgrößten Anbieter geworden ist, von UPM Kymmene aus Finnland, vom finnisch-schwedischen Riesen Stora Enso, von Holmen aus Schweden oder von der schwedische SCA.

0 Kommentare

Neuester Kommentar