Wirtschaft : Halbeinkünfte-Verfahren: Neuregelung schon 2001

Seit Jahresbeginn gilt bei der Besteuerung von Dividenden das so genannte Halbeinkünfteverfahren. Angewendet wird die Neuregelung, bei der dem steuerpflichtigen Privatanleger nur noch die Hälfte der Dividendenzahlung als Einkommen angerechnet wird, in diesem Jahr aber zunächst nur für Dividenden von ausländischen Unternehmen. Gewinnausschüttungen inländischer Kapitalgesellschaften unterliegen erst ab 2002 dem Halbeinkünfteverfahren, da dann die Dividenden für das Geschäftsjahr 2001 ausgeschüttet werden. Deshalb gilt hier noch das Körperschaftssteuer- Anrechnungsverfahren.

Mit dem Halbeinkünfteverfahren werden nach Aussage von Rechtsanwalt Joachim Kampmann, Syndikus bei der Deutsche Bank AG, diejenigen Anleger besser als bei der alten Regelung gestellt, deren Grenzsteuersatz 40 Prozent oder mehr beträgt. Dieses Verfahren begünstige eindeutig Besserverdiener, sagte Kampmann bei einer Veranstaltung der Deutsche Bank Private Banking in Berlin. Allerdings schwindet dieser Vorteil mit der Zeit, da nach dem Steuerreformgesetz der Spitzensteuersatz beim Einkommen ab 2005 auf 42 Prozent von heute noch 48,5 Prozent sinkt. Von 2003 bis 2004 beträgt dieser Satz 47 Prozent.

Bei Dividendeneinkünften ausländischer Kapitalgesellschaften gilt nach Aussage des Bundesfinanzministeriums bereits heute das Halbeinkünfteverfahren. Dies ergebe sich aus dem Umkehrschluss des Gesetzes, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Da das Anrechnungsverfahren nicht für Dividendenerträge aus Anlagen in ausländischen Aktien gegolten habe, greife das Halbeinkünfteverfahren jetzt sofort.

Für Deutsche-Bank-Steuerexperte Kampmann ergibt sich hier ein Steuervorteil bei ausländischen Dividenden gegenüber inländischen, wenn die Steuerfreibeträge ausgereizt sind und der Grenzsteuersatz entsprechend über 40 Prozent liegt. Durch das Halbeinkünfteverfahren bei Dividenden verdoppelt sich quasi der inzwischen auf 3000 (von 6000) Mark herabgesetzte Steuerfreibetrag aus Kapitaleinkünften wieder auf die alte Höhe. Allerdings ist zu beachten, dass Werbungskosten wie Depotgebühren oder Schuldzinsen auch nur zur Hälfte gegengerechnet werden dürfen.

Für die inländischen Dividenden gilt in diesem Jahr noch das so genannte Anrechnungsverfahren, da Gewinne des Vorjahres ausgeschüttet werden. Dabei erhalten die Aktionäre neben ihrer Dividende den vom Unternehmen gezahlten Körperschaftsteuersatz angerechnet. Beide Erträge zusammen müssen dann versteuert werden. Ab 2001 gilt der jetzt einheitliche Körperschaftssteuersatz von 25 Prozent.

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