Halbjahresbilanz : Napster kommt Bertelsmann teuer zu stehen

Der Medienkonzern Bertelsmann musste im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch hinnehmen. Grund sind die zahlreichen Prozesse rund um die Musiktauschbörse Napster. Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte verzeichnet Bertelsmann mehr als 100.000 Mitarbeiter.

Napster
Schlechtes Geschäft: Napster macht Bertelsmann immer noch zu schaffen. -Foto: ddp

GüterslohBertelsmann hat eine durchwachsene Bilanz für das erste Halbjahr vorgelegt und muss einen Gewinneinbruch verschmerzen. Gleichzeitig kann der Konzern aber erstmals mehr als 100.000 Mitarbeiter vorweisen. Zum 30. Juni wurden im größten Medienunternehmen Europas weltweit 101.009 Beschäftigte gezählt. Der bereinigte Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2007 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,3 Prozent auf 9,0 Milliarden Euro. Der operative Gewinn kletterte um 1,9 Prozent auf 714 Millionen Euro. Unter dem Strich brach der Nettogewinn aber von 354 Millionen Euro auf 51 Millionen Euro ein. Grund sind laut Konzernchef Gunter Thielen vor allem teure Vergleiche im Streit um die Musiktauschbörse Napster.

Die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb des Bertelsmann-Konzerns verlief im ersten Halbjahr 2007 unterschiedlich. Während die Fernsehsparte RTL weiterhin im Aufwind ist und ein neues Rekordergebnis vorlegen konnte und auch die Zeitschriftengruppe Gruner + Jahr eine positive Entwicklung nahm, rutschte die vor der Aufspaltung stehende Clubsparte Direct Group ins Minus. Sie wies einen operativen Verlust von 35 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten aus. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag die Clubsparte noch mit 13 Millionen Euro im Plus. Die Musiksparte BMG musste den Verkauf des gewinnbringenden Musikverlags BMG Music Publishing verkraften. Das operative Minus im Tonträgergeschäft des Gemeinschaftsunternehmens Sony BMG fiel mit drei Millionen Euro deutlich kleiner aus als in den ersten sechs Monaten 2006, als es bei mehr als 30 Millionen Euro lag. (mit dpa)

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