Halbjahreszahlen : Dresdner Bank mit sprudelnden Gewinnen

Dank der erfolgreichen Sanierung verdient die Dresdner Bank glänzend. Mit Milliardengewinnen im ersten Halbjahr könnte 2007 ein Rekordjahr für das Geldinstitut werden. Die Ziele für das Privatkundengeschäft bleiben ambitioniert.

Frankfurt/Main Nach einem Milliardengewinn im ersten Halbjahr steuert die Dresdner Bank ungeachtet der Turbulenzen an den Finanzmärkten auf ein Rekordjahr zu. Dank des straffen Sanierungskurses erzielte die Allianz-Tochter in den ersten sechs Monaten erstmals sowohl operativ als auch unter dem Strich etwas mehr als eine Milliarde Euro Gewinn, teilte die Bank mit. Den Abschwung am US-Hypothekenmarkt habe das Institut trotz eines Engagements von 1,6 Milliarden Euro gut verkraftet, weil im ersten Halbjahr auf der Kredit- und Handelsseite eine konservative Risikostrategie gefahren worden sei. "Dafür haben wir als Preis ein geringeres Handelsergebnis hingenommen", sagte Vorstandschef Herbert Walter.

Diese vorsichtige Strategie werde fortgesetzt. "Wir werden weiterhin alles tun, um nicht heute Umsätze und Erträge zu machen, die morgen zu Verlusten führen." Walter rechnet daher für 2007 nach wie vor mit einem neuen Rekordergebnis. "Wir sind zuversichtlich, unsere ehrgeizigen Jahresziele zu erreichen." Die drittgrößte deutsche Bank müsse aber noch rentabler werden. Der Stellenabbau laufe wie geplant. Seit Jahresbeginn wurden 880 Stellen gestrichen, derzeit beschäftigt die Bank noch 26.745 Mitarbeiter. Seit der Übernahme durch den Versicherer Allianz 2001 sind bei der Bank mehr als 17.000 Jobs weggefallen.

Gewinn-Plus von 21,5 Prozent

Im ersten Halbjahr knackte die Dresdner Bank die Milliardengrenze und steigerte ihr operatives Ergebnis im Jahresvergleich um ein Drittel auf 1,097 Milliarden Euro. Auch unter dem Strich blieb ein Gewinn nach Steuern von 1,084 Milliarden Euro übrig (plus 21,5 Prozent).

Grund für den Gewinnsprung waren die Sanierung sowie ein wachsendes Privatkundengeschäft. Das Investmentbanking hinkte dagegen immer noch der boomenden Branchenentwicklung hinterher und machte mit 372 Millionen Euro 28 Millionen Euro weniger operativen Gewinn. Den Ertragsrückgang erklärte Walter mit der konservativen Risikostrategie. "Wir haben Kosten, Risiken und Kapitalnutzung abgewogen - das ist im Vergleich zu anderen Investmentbanken die Ausnahme." Die Bank werde sich weiter auf das Kundengeschäft statt auf risikoreichen Eigenhandel fokussieren.

130.000 Neukunden im ersten Halbjahr

Die Dresdner Bank sieht sich bei ihrem Ziel, in diesem Jahr 300.000 neue Privatkunden zu gewinnen, auf gutem Weg. Im ersten Halbjahr kamen 130.000 Neukunden hinzu. Die Bank profitiert bei den Kundenzahlen vom Mutterkonzern Allianz, in deren Räumen die Dresdner Bank 100 Mini-Filialen ("Bankagenturen") eröffnet hat. 40 weitere sollen bis Jahresende folgen. "Diese Neukunden sind allerdings zarte Pflänzchen, die im Schnitt nur 100 Euro Ertrag produzieren", sagte Walter. Das sei im Vergleich zum Durchschnittskunden weniger als die Hälfte. Die Bilanzsumme - als Maßzahl für die Größe einer Bank - belief sich auf 542,4 Milliarden Euro (plus 9,1 Prozent).

Die Dresdner Bank rechnet nach der US-Immobilienkrise nicht mit einem Einbruch der Finanzmärkte. "Der verunsicherten Geldwirtschaft steht eine robuste Realwirtschaft gegenüber", sagte Walter. Die US- Wirtschaft werde noch einige Zeit leiden, zeige sich aber im Ganzen widerstandsfähig. In Deutschland laufe die Konjunktur trotz der Unsicherheiten an den Finanzmärkten gut. "Wir gehen weiterhin von einem robusten Wachstum aus." (mit dpa)

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