Wirtschaft : Hamburg kauft weitere Hapag-Anteile Scholz: Nicht auf Dauer Tui hält noch 22 Prozent

Hannover - Der Reisekonzern Tui verringert seine Beteiligung an der Reederei Hapag-Lloyd, bleibt aber immer noch Großaktionär bei dem Hamburger Traditionsunternehmen. Künftig betrage der Anteil rund 22 Prozent, teilte Tui nach einer Aufsichtsratssitzung am Dienstag mit. Ein Eigentümerkonsortium mit der Stadt Hamburg an der Spitze, das bereits etwa 60 Prozent der Anteile an der Container- Reederei besitzt, wird bis Juni 17,4 Prozent der Hapag-Lloyd-Anteile von Tui erwerben – zu einem Kaufpreis von 475 Millionen Euro. Durch weitere Kapitalmaßnahmen und die teilweise Rückzahlung einer Hybrid-Anleihe fließen Tui so insgesamt 700 Millionen Euro zu.

Nach der Billigung durch den Tui-Aufsichtsrat müssen auch die Gesellschafter des Konsortiums, zu dem auch der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne gehört, noch zustimmen. Konzernchef Michael Frenzel will die Hapag-Lloyd-Beteiligung seit langem loswerden, mit dem Erlös Schulden tilgen und das touristische Geschäft ausbauen. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sprach von einem guten Ergebnis. Die Reederei sei für den Wirtschaftsstandort wichtig und für den Hafen von größter Bedeutung. Die Aufstockung der Beteiligung der Stadt von bisher 24 auf knapp 37 Prozent diene einer nachhaltigen Standortsicherung der Traditionsreederei in Hamburg. Sie sei aber „nicht auf Dauer angelegt“.

Das Gesamt-Investment des Konsortiums in Höhe von 600 Millionen Euro verteilt sich auf die Stadt mit 420 Millionen und Kühne, der bisher knapp 25 Prozent hält, mit 160 Millionen Euro. Die die Versicherungen Hanse-Merkur steuern 13 Millionen und Signal Iduna sieben Millionen Euro bei. Die Tui-Führung hatte bereits vor vier Jahren auf Druck von Investoren beschlossen, die Reederei aufzugeben. Doch der Ablöseprozess zog sich hin. Im Herbst 2008 stieg das Konsortium ein, um einen Verkauf ins Ausland zu verhindern. dpa

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