Wirtschaft : Hamburger Hafen will nach Börsengang expandieren

Düsseldorf - Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) will nach dem für Anfang November geplanten Börsengang stark expandieren. Bis 2012 soll die Kapazität in Hamburg vor allem im Containergeschäft mit Investitionen von knapp 1,5 Milliarden Euro auf zwölf Millionen TEU (Standardcontainer) verdoppelt werden, sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Peters bei der Vorstellung der Börsenpläne. Außerdem prüft er Beteiligungen oder Käufe von Hafenbetreibern im Ostseeraum, an der nördlichen Adria und am Schwarzen Meer. Beteiligungen in Übersee schließt er aus.

Finanzieren will Peters die Investitionen, ohne das Unternehmen „über Gebühr“ zu verschulden. Angesichts der Ertragsstärke der HHLA sei dies kein Problem. Dem Börsenprospekt zufolge sollen Investoren bis zu 22,54 Millionen Aktien angeboten werden – ein Anteil von 30 Prozent an dem Unternehmen, das bisher komplett der Stadt Hamburg gehört. Der Versuch, einen Investor für 49,9 Prozent zu finden, war zuvor am Widerstand der Mitarbeiter gescheitert. Im vergangenen Jahr hatte schon die Deutsche Bahn ihre Pläne, durch einen Einstieg bei der HHLA einen Mega-Logistiker zu schaffen und gleichzeitig ihre Zentrale von Berlin nach Hamburg zu verlegen, aufgeben müssen.

Experten schätzen, dass die Teilprivatisierung rund eine Milliarde Euro einbringt. Das Geld will HHLA-Eigentümer Hamburg in den Ausbau der Hafeninfrastruktur stecken. Dafür sind bis 2015 knapp drei Milliarden Euro vorgesehen. Das Börsendebüt in Frankfurt und Hamburg wäre Anfang November möglich.

Ein Bieterrennen mit dem Hafen-Konkurrenten DP World aus Dubai sieht Peters nicht. Es gebe keine echten Überschneidungen. Zudem würden unterschiedliche Anlegerkreise angesprochen. „Wir begrüßen viel mehr die Börsenpläne von DP World“, sagte er. Damit steige das Interesse an Hafen-Aktien. Die weltweit tätige DP World, deren Wert auf 14 Milliarden Euro geschätzt wird, will am 26. November 20 Prozent ihrer Anteile an die Börse in Dubai bringen. Damit wäre die Emission (2,8 Milliarden Euro) fast dreimal so groß wie die der HHLA. Wegen des Containerbooms gelten Hafenbetreiber als attraktives Investment. Analysten taxieren den Börsenwert der HHLA auf 3,6 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2007 stieg der Umsatz um 15,7 Prozent auf 561,3 Millionen Euro und der Gewinn um 71,5 Prozent auf 79,3 Millionen Euro. agr (HB)/Tsp

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