Wirtschaft : Hamburger kämpfen um Hapag-Lloyd

Hamburg - Für die zum Verkauf stehende Tui-Reedereitochter Hapag-Lloyd hat eine Hamburger Investorengruppe am Freitag ihr angekündigtes Gebot abgegeben. „Unter schwierigen Umfeldbedingungen“ habe das Konsortium dem Reisekonzern „ein gutes Angebot“ unterbreitet, erklärte Christian Olearius, Chef der Privatbank MM Warburg, kurz nach dem mittäglichen Ablauf der Bieterfrist. Nähere Details nannte die Bank nicht. Olearius koordiniert gemeinsam mit dem Ex-Finanzsenator Wolfgang Peiner die Hamburgische Seefahrtsbeteiligung „Albert Ballin“, deren Ziel ein Erhalt Hapag-Lloyds als eigenständige Reederei mit Sitz in Hamburg ist. Ein Tui-Sprecher bestätigte in Hannover den Eingang des Angebots.

Auch die Versicherer Signal Iduna und Hanse Merkur sowie die HSH Nordbank zählen neben dem Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne zu den Investoren. Die Stadt Hamburg unterstützt das Angebot mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Damit vereine die „Hamburger Lösung“ institutionelle, öffentliche und private Investoren, hieß es. Die Gruppe will verhindern, dass Hapag-Lloyd an die Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur geht. Die NOL hatte zuvor ebenfalls Interesse am Kauf bekundet. Sie will ihr Containergeschäft mit der Tui-Tochter fusionieren. Die Hapag-Lloyd-Belegschaft hatte mehrfach gegen einen Verkauf ins Ausland protestiert. AFP

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