Handel : Deutsche greifen öfter zu fair gehandelten Produkten

Bananen , Rosen und Schokolade - die Bundesbürger zahlen mehr, wenn sie dafür kein schlechtes Gewissen haben müssen. Die Discounter erkennen den Trend.

Berlin - Es sind vor allem Kaffee und Bananen, bei denen die deutschen Verbraucher besonderen Wert auf die Herkunft legen. Während Kaffee nach Angaben von Transfair noch immer das bekannteste fair gehandelte Produkt in Deutschland ist, wurden die stärksten Zuwachsraten mit Bananen erzielt, teilte die Organisation am Montag mit.

Auch insgesamt haben die Deutschen öfter zu den fair gehandelten Produkten gegriffen, obwohl diese teurer sind als konventionelle. Der Absatz stieg im vergangenen Jahr um 33 Prozent auf 24 000 Tonnen. Der Umsatz ist mit 142 Millionen Euro – gemessen am Gesamtumsatz des deutschen Lebensmitteleinzelhandels von 128 Milliarden Euro – aber noch verschwindend gering. Weltweit verdoppelte sich der Umsatz mit Fairtrade-Produkten 2007 auf 2,4 Milliarden Euro.

Durch den Verkauf von Fairtrade-Produkten will Transfair die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika verbessern. Die Organisation handelt aber nicht selbst mit den Produkten, sondern vergibt nur das Siegel für Produkte, die zu festgelegten Bedingungen gehandelt werden. Die Erzeuger erhalten dafür Preise, die nach Angaben von Transfair deutlich über dem Weltmarktniveau liegen.

Der Absatz mit fair gehandelten Bananen stieg hierzulande um 39 Prozent auf 13 600 Tonnen. Der Kaffee-Absatz legte um zehn Prozent zu. Stark gestiegen sei auch der Absatz von Saft, Rosen, Tee, Wein und Schokolade. Transfair führt das auch darauf zurück, dass Einzelhändler wie Rewe, Lidl oder Tengelmann ihr Sortiment an fair gehandelten Produkten kontinuierlich ausgebaut haben. pet

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