Wirtschaft : Handel rechnet mit Ansturm Nach dem Fest werden Gutscheine eingelöst

Berlin - Die Digitalkamera gegen ein Navigationsgerät, die Holzeisenbahn gegen eine Ritterburg: Kaum sind die letzten Kerzen am Christbaum ausgepustet, setzt erneut der große Ansturm auf die Läden ein. Gleich nach dem Weihnachtsfest werden Gutscheine eingelöst und Geschenke getauscht. Der Einzelhandel hofft auf letzte gute Geschäfte kurz vor Jahresschluss. Vielfach wird nach dem 26. Dezember auch der Rotstift angesetzt. Vor allem Textilhändler locken mit Schnäppchen.

Zwischen den Feiertagen hätten die Leute Zeit und Muße, in die Innenstädte zum Einkaufsbummel zu gehen, heißt es beim Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). „Dann könnte es in den Kassen wieder klingeln“, hofft Branchensprecher Hubertus Pellengahr. „Die letzten Tage vor dem Jahreswechsel sind besonders wichtig.“

Und sind die Kunden erst mal in den Läden, wird oft noch zusätzlich gekauft. Viele Geschenke werden dann ergänzt: Das Computerspiel für den neuen PC oder die Speicherkarte für die Digitalkamera. Die Branche, die ein eher enttäuschendes Weihnachtsgeschäft hinter sich hat, hofft dann auf gute Umsätze. „Wir rechnen erst am 31. Dezember ab“, sagt Pellengahr. Ob dann die für November und Dezember angepeilten 75 Milliarden Euro Umsatz erreicht oder gar übertroffen werden, ist aber noch unklar.

Hoffnung macht erst das kommende Jahr. Die Konsumforscher der GfK in Nürnberg rechnen für 2008 mit einem merklichen Anstieg der Kauflust in Deutschland. „Wir sehen ein Wachstumspotenzial für den Konsum von bis zu 1,5 Prozent“, sagt GfK-Chef Klaus Wübbenhorst. Real könnten das 20 Milliarden Euro sein. Auch die Bundesbank erwartet in den kommenden Jahren reale Konsumzuwächse von 1,5 bis 1,6 Prozent. Der HDE schätzt zudem, dass 2008 die Einkommen wieder stärker steigen, zugleich aber die Preise für Öl und Gas eher etwas zurückgehen werden.

Kräftig zugelegt hat der Verkauf über das Internet: Die Online-Einzelhändler Amazon und Weltbild haben ihr bisher bestes Weihnachtsgeschäft verzeichnet. Bei beiden Unternehmen sorgte vor allem der Verkauf von Unterhaltungselektronik und Spielesoftware für kräftige Umsatzsprünge. Der Tagesrekord wurde bei Amazon in Deutschland mit mehr als 880 000 Bestellungen am 17. Dezember erreicht. Bei Weltbild wurden im Dezember täglich bis zu einer Million Produkte versandt. Die Umsätze im November und Dezember hätten um 40 Prozent über dem Vorjahreszeitraum gelegen, berichtete Weltbild-Chef Carel Halff.dpa

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