Wirtschaft : Handel verhandelt nicht mehr Verdi weist Angebot der Arbeitgeber zurück

Berlin - Die Hoffnung auf eine Tarifeinigung im Einzelhandel hat sich schon wieder zerschlagen. Nach kurzem Blick auf das neue Angebot der Arbeitgeber erklärte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Gespräche für die rund 400 000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen am Freitag für geplatzt. „Bei dem vorgelegten Angebot hätten die Arbeitnehmer ab 2011 sogar weniger Geld im Portemonnaie als jetzt“, sagte Folkert Küpers, Verdi-Sprecher aus NRW, dem Tagesspiegel.

Der Handelsverband HDE verteidigte das Tarifangebot dagegen als „insgesamt ausgewogen und der schwierigen Situation der Branche angemessen“.

Die vor knapp einem Jahr aufgenommenen Tarifverhandlungen lagen seit September auf Eis. Die Arbeitgeber hatten den Manteltarifvertrag zum Ende 2006 gekündigt. Die Tarifverträge werden in den Ländern ausgehandelt, NRW sollte eigentlich den Vorreiter machen. Doch ein Termin am Mittwoch war gescheitert. Schwierigster Verhandlungspunkt sind die Zuschläge.

Das neue Angebot der Arbeitgeber sieht dem HDE zufolge für den 36 Monate laufenden Tarifvertrag eine Einmalzahlung von 360 Euro rückwirkend für Mai 2007 bis April 2008 vor. Zudem bieten die Unternehmen 2,5 Prozent mehr Lohn zum 1. Mai dieses Jahres und noch einmal zum 1. Mai 2009 an. Ab Januar 2009 sollte es dazu für die Zeit von 20 bis 22 Uhr Zuschläge in Höhe von 20 Prozent, von 22 bis 6 Uhr 50 Prozent geben.

Verdi-Sprecher Küpers sagte, die Erhöhungen lägen unter der zu erwartenden Inflationsrate. Die angebotenen Spät- und Nachtzuschläge unterschritten zudem das, was derzeit gezahlt werde. Über das weitere Vorgehen in Nordrhein-Westfalen will Verdi bis Ende nächster Woche entscheiden. pet

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