Wirtschaft : Handelsaktien stehen im Mittelpunkt Nach gutem Jahresauftakt Kursverluste befürchtet

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Düsseldorf /New York Nach der kräftigen Jahresendrallye und dem guten Start im neuen Jahr rechnen Börsianer jetzt erst einmal mit schwierigen Zeiten für die Aktienmärkte. Gleich in der ersten Handelswoche war der Deutsche Aktienindex (Dax) auf den höchsten Stand seit Frühling 2002 gestiegen. „Wir beobachten schon seit mehreren Wochen eine nachlassende Kaufbereitschaft vieler Anleger“, sagte Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dies sei ein Signal für eine bevorstehende Korrektur. Sein Kollege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt rechnet spätestens zum Auftakt der deutschen Berichtssaison Ende Januar mit größeren Kursverlusten. Immerhin legte der Dax vergangene Woche 1,5 Prozent zu. Am Freitag schloss Deutschlands Börsenbarometer so hoch wie zuletzt im Juni 2002.

Anders ist dagegen die Situation in den USA, wo Inflations- und Zinssorgen die Stimmung verdüsterten. In Deutschland richtet sich die Aufmerksamkeit auf den lange Zeit gebeutelten, zuletzt aber mit viel Hoffnung bedachten Einzelhandel. So wird der angeschlagene Karstadt-Quelle-Konzern am Dienstag vorläufige Umsatzzahlen für 2004 veröffentlichen. Nur einen Tag darauf legt Metro seine vorläufigen Gesamtjahreszahlen vor. Anleger erhoffen sich Hinweise darauf, ob das Weihnachtsgeschäft tatsächlich gut gelaufen ist. Abseits der Unternehmens-Nachrichten gilt das Hauptaugenmerk vielen Konjunkturdaten. Am Dienstag veröffentlicht das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) seine Erwartungen für Deutschland.

Die amerikanische Börse verbuchte in der vergangenen Woche Verluste. Der Dow-Jones-Index für 30 Standardwerte fiel um 1,7 Prozent. Stärker erwischte es den technologieorientierten Nasdaq-Index: Unter dem Druck der Halbleiterfirmen gab der Nasdaq-Index um vier Prozent nach. In der neuen Börsenwoche müssen die Anleger eine Flut von Firmenergebnissen verdauen. Wie üblich beginnt die Berichtssaison mit dem Aluminium-Primus Alcoa am Montag. Die Analysten erwarten einen Gewinn von 41 Cent pro Aktie im vierten Quartal nach 27 Cent Gewinn in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Tags darauf steht Intel auf der Agenda. Analysten erwarten 31 (Vorjahr 33) Cent Gewinn je Aktie. Apple Computer legt am Mittwoch die Ergebnisse des ersten Geschäftsquartals vor. Analysten rechnen hier damit, dass der Gewinn auf 48 (16) Cent gestiegen ist. som/HB/pf/Tsp

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