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Handelskonzern : Metro will sich aufspalten - Aktie steigt um zehn Prozent

Der Handelskonzern Metro soll aufgespalten werden. Dadurch soll der Börsenwert gesteigert werden. Die Aktie stieg zum Börsenstart um über zehn Prozent.

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Der Metro-Konzern will sich aufspalten, um den Börsenwert zu steigern.
Der Metro-Konzern will sich aufspalten, um den Börsenwert zu steigern.Foto: dpa

Der Handelskonzern Metro will sich in zwei unabhängige börsennotierte Unternehmen aufspalten. Die Elektronikhandelskette Media-Saturn soll von dem Großhandelsgeschäft um die Cash & Carry-Märkte und die Real-Supermärkte getrennt und eine eigene Gesellschaft werden. Das teilte der Düsseldorfer Konzern am Mittwoch mit.

„Wir werden damit schneller und flexibler“, sagte Metro-Chef Olaf Koch. Zwischen den beiden Unternehmenssparten existierten nur sehr wenige operative Überschneidungen. Deswegen mache es keinen Sinn, weiterhin an der bestehenden Struktur festzuhalten. Unabhängig voneinander könnten die Sparten dynamischer und effizienter agieren – und ihr Wachstum folglich beschleunigen.
Nach Bekanntgabe der Pläne schnellte die Aktie des Unternehmens um rund zehn Prozent nach oben und und war größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax. Die Großaktionäre Haniel, Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim unterstützen das Vorhaben, wie der Konzern mitteilte. Die anderen Aktionäre werden auf einer Hauptversammlung die Gelegenheit bekommen, über den Schritt abzustimmen. Stimmen zudem Vorstand und Aufsichtsrat den Plänen nach weiterer Prüfung zu, soll die Aufspaltung bis Mitte 2017 umgesetzt werden. Noch ist eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen.

Aufspaltung könnte Dauer-Zwist beenden

Die Großmärkte, die rund die Hälfte des Metro-Umsatzes einfahren, würden dann auch nicht mehr durch den Dauer-Zwist zwischen Koch und Media-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals belastet. Die Metro und Kellerhals streiten seit Jahren um das Sagen in der Elektronikhandelskette. Der 76-Jährige hat umfassende Veto-Rechte. Er will den von Metro nach Ingolstadt entsandten Manager Pieter Haas loswerden und hatte immer wieder eine Übernahme der Metro-Anteile an der Kette ins Spiel gebracht. Die Aufspaltung, so Koch, sei aber Sache der Anteilseigner. Kellerhals habe dabei „keinerlei Störpotenzial“, sagte er. Kellerhals wiederum sieht keine Auswirkungen auf seine Mitspracherechte.
Der von Kellerhals abgelehnte Manager Haas soll nach den Plänen des Metro-Chefs an der Spitze des künftig selbständigen Elektronikhändlers bleiben. Haas befürwortete die Pläne. „Wir hätten künftig eine Mehrheitsgesellschafterin, die sich ausschließlich auf unsere Branche konzentriert und wir wären der Kern ihrer Aktivitäten“, sagte der Manager. Er sehe großes Potenzial, dass auf diese Weise verstärkt in Zukunftsthemen investiert werden könne. Koch wiederum will Chef des künftigen Großhandels- und Lebensmittel-Geschäfts werden.

Planspiele dieser Art gab es immer mal wieder

In der Vergangenheit hatte es bei der Metro immer mal wieder Planspiele gegeben, das stark auf internationale Expansion ausgerichtete Großmarktgeschäft abzuspalten. Cash&Carry betreibt rund 750 Großhandelsmärkte in 25 Ländern, darunter in Wachstumsmärkten wie China oder Indien. Durch einen Spin-Off sollen das Großhandelsgeschäft nun aus dem Konzern abgespalten und als selbstständiges börsennotiertes Unternehmen weitergeführt werden. Unter dem bisherigen Dach der Metro AG verbliebe nach der Abspaltung allein Media Saturn, unter neuem Namen. Die Aktionäre der Metro AG sollen Aktien an beiden Gesellschaften im Verhältnis zu ihren Anteilen erhalten.
Die Abspaltung werde auch für die Beschäftigten positive Effekte haben, sagte Koch am Mittwoch. „Wir gehen davon aus, dass wir die Wachstumsdynamik erhöhen können. Deshalb sollten wir in der Lage sein, mehr Beschäftigung zu ermöglichen.“ Der Konzern zählt derzeit rund 230 000 Mitarbeiter in 30 Ländern. Beide Unternehmenszentralen sollen in Düsseldorf sein. Das operative Geschäft von Media Saturn werde aber weiter von Ingolstadt aus gelenkt.
Konzernchef Koch hat in den letzten Jahren im Metro-Reich aufgeräumt und die Netto-Verschuldung um rund fünf Milliarden Euro abgebaut. Unter anderem durch den Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof. Die Metro erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von knapp 60 Milliarden Euro. Rund ein Drittel davon entfiel auf Media-Saturn, zwei Drittel auf das Großhandelsgeschäft mit den Marken Metro Cash&Carry und Makro sowie die SB-Warenhauskette Real.

mit dpa/rtr

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