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Wirtschaft : Handelsstreit mit China eskaliert

13.05.2013 00:00 Uhr

Land prüft Stahlimport nach EU-Strafzöllen.

Peking/Berlin - Vor dem Hintergrund des Preiskampfs auf dem Solarmarkt droht der Handelskonflikt zwischen China und der EU zu eskalieren. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Wochenende berichtete, eröffneten die chinesischen Behörden eine Anti-Dumping-Untersuchung von Importen legierter Stahlrohre aus der EU, Japan und den USA.

Erst am Mittwoch hatte Brüssel mit der Einleitung eines entsprechenden Verfahrens den Weg für Strafzölle auf chinesische Solarpaneele freigemacht. Spätestens ab dem 5. Juni sollen sie dem Vernehmen nach mit einem durchschnittlichen Aufschlag von 47 Prozent belegt werden. Kritiker hatten vor schmerzhaften Vergeltungsmaßnahmen Pekings gewarnt, die auch Exporte aus Deutschland treffen könnten.

Den Antrag zur Einleitung der Untersuchung der Rohr-Importe habe der Hersteller Inner Mongolia North Heavy Industries Group bereits im März gestellt, teilte das Handelsministerium in Peking mit. Es gehe um die Einfuhr spezieller Stahlrohre für den Hochdruck- und Hochtemperaturbereich, die zumeist in Kraftwerken eingesetzt würden.

Derweil sorgt sich die Bundesregierung nach Informationen des „Spiegel“ wegen eines womöglich eskalierenden Handelskonflikts mit China. Falls die EU wie geplant Strafzölle auf den Import chinesischer Solartechnik verhänge, könnte im Extremfall China „im Gegenzug Strafzölle in anderen Beschaffungsbereichen“ verhängen, heiße es im Wirtschaftsministerium. Dies bedeute, dass nicht nur deutsche Solarfirmen, sondern auch Firmen anderer Branchen abgestraft werden könnten. Minister Philipp Rösler (FDP) wolle die Bedenken an diesem Dienstag bei einem Treffen mit EU-Handelskommissar Karel de Gucht deutlich machen, schreibt der „Spiegel“ weiter.

China gewinnt als Produktionsstandort und Absatzmarkt deutscher Firmen ständig an Bedeutung. Für die deutschen Maschinenbauer ist das Land der wichtigste Abnehmer weltweit. Autokonzerne wie Volkswagen setzen in China inzwischen mehr Produkte als auf ihrem Heimatmarkt ab. dpa

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