Handelsstreit mit der Volksrepublik : EU will gegen chinesische Stahlzölle klagen

Die EU belegt chinesische Solarmodule mit Strafzöllen. China ermittelt gegen europäische Weinimporte. Und im nächsten Kapitel des Handelsstreits hofft Brüssel auf die Hilfe der Welthandelsorganisation.

Zum Schutz der eigenen Stahlindustrie - im Hintergrund eine Hütte in Schanghai - belegt China Importe mit einem Zoll. Zu Unrecht, wie die EU-Kommission meint.
Zum Schutz der eigenen Stahlindustrie - im Hintergrund eine Hütte in Schanghai - belegt China Importe mit einem Zoll. Zu Unrecht,...Foto: AFP

Die Europäische Union will Kreisen zufolge im Handelsstreit mit China die Welthandelsorganisation (WTO) einschalten. Geplant sei eine Klage gegen chinesische Zölle auf bestimmte Stahlimporte, verlautete am Dienstag aus EU-Kreisen. Damit könnte sie sich einer im Dezember eingelegten Beschwerde Japans gegen China anschließen.

Ziel der Klage sei, die Volksrepublik zur Aufhebung der Zölle zu zwingen. Betroffen seien rostfreie Stahlrohre wie sie etwa von Salzgitter und der spanischen Tubacex produziert werden.

Die Klage könnte bereits am Donnerstag oder Freitag bei der WTO eingereicht werden, hieß es in den EU-Kreisen. Damit würde die EU ein klares Signal setzen, dass sie gegen alle Zölle, die aus ihrer Sicht lediglich Vergeltungsmaßnahmen seien, juristisch vorgehen werde.

Die EU hatte jüngst Strafzölle auf chinesische Solarmodul-Importe aus China eingeführt. Kommt es nicht binnen zwei Monaten zu einer Einigung in dem Streit, werden diese automatisch massiv erhöht. China drohte daraufhin mit Strafzöllen auf EU-Importe, etwa auf Weine. (rtr)

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