Wirtschaft : Handelsverband will Riesen-Lkw und Pkw-Maut

Bernd Hops

Berlin - Die anziehende Konjunktur und die zunehmende Globalisierung führen zu mehr Warentransporten in Deutschland. „Wir werden zurzeit von den Verkehrsmengen überrollt“, sagte Gerhard Riemann, Chef des Verkehrsausschusses und Präsidiumsmitglied des Bundesverbands des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), am Dienstag in Berlin. Es gebe eine eklatante Anspannung. „Es ist kein Lkw, kein Schiff, kein Waggon zu bekommen“, sagte Riemann.

Um dem wachsenden Güteraufkommen Herr zu werden, forderte Riemann die Zulassung von 60-Tonnen-Lkw. Sie seien die einzige Lösung. 60-Tonner, die im Vergleich zum herkömmlichen 40-Tonner für die gleiche Transportleistung weniger Platz benötigen, würden problemlos seit 40 Jahren in Skandinavien eingesetzt. Bis zum Jahr 2015, so prognostiziert Riemann, müssten 2,5 Milliarden Tonnen Güter zusätzlich in Deutschland transportiert werden. Im Vergleich zu heute wäre das fast eine Verdoppelung. Nur 500 Millionen der zusätzlichen Tonnen würden wahrscheinlich von der Bahn und Binnenschiffen übernommen, die Hauptlast liege hingegen beim Lkw. Ein Bahnsprecher sagte dem Tagesspiegel, man sei zuversichtlich, die Güter aufnehmen zu können, die für die Schiene geeignet seien. Es gebe auch noch reichlich freie Kapazitäten. Zur Entlastung der Straßen forderte der BGA außerdem eine Pkw-Maut von drei bis fünf Cent je Kilometer. Dies werde zur Verlagerung von Personenverkehr auf die Schiene führen.

Der BGA warnte daneben vor überzogenen Sicherheitsanforderungen an die Branche im Zuge der Terrorbekämpfung. Viele Vorschläge dienten allein dem Zertifizierungsunternehmen, das sie erarbeitet habe, sagte Riemann.

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