Wirtschaft : Handelsvertreter: Internet wird kaum genutzt

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Die Möglichkeiten des Internets werden von den deutschen Handelsvertretern bislang noch sehr zögerlich genutzt. Laut einer Studie des Instituts für Handelsforschung an der Universität Köln verfügen zwar zwei Drittel der etwa 60 000 deutschen Handelsvertretungen über einen Internet-Anschluss, und weitere zwölf Prozent wollen einen solchen bis Ende des Jahres installieren. Doch nur fünf Prozent nutzen das Internet tatsächlich auch für den Verkauf von Gütern und Dienstleistungen oder die Bestellung von Waren. Überwiegend würden über das Netz E-Mails versandt, Bankgeschäfte erledigt oder Preise und Adressen recherchiert, ermittelten die Forscher.

Insgesamt würden die Handelsvertreter der möglichen Konkurrenz des Internets relativ "gelassen" entgegen sehen, sagte Horst Platz, Präsident der Centralvereinigung Deutscher Wirtschaftsverbände für Handelsvermittlung und Vertrieb (CDH), am Donnerstag in Berlin. Die CDH hatte die Studie in Auftrag gegeben. Der Umfrage zufolge erwarten nur zehn Prozent der Unternehmen eine Gefährdung ihres Geschäftes durch die Konkurrenz des Internets. Knapp ein Drittel würden dagegen Chancen für die eigene Vermittlungstätigkeit sehen. "Ob diese optimistische Sichtweise gerechtfertigt ist, wird die Zukunft weisen", sagte Platz.

Bislang hätte sich die zunehmende Zahl der so genannten B2B-Plattformen, mit denen Unternehmen und Lieferanten über das Internet in direkten Kontakt treten, noch nicht negativ auf die Umsätze der Handelsvertretungen ausgewirkt, sagte der Verbandschef. "Vielfach befinden sich diese Plattformen auch noch in der Aufbauphase." Mittelfristig werde das Internet den Vertrieb aber mit Sicherheit verändern, sagte er. Vor allem für jene, die mit wenig erklärungsbedürftigen Artikeln handelten, werde es eng werden. Bei komplexeren Produkten hingegen könnte das vergrößerte Angebot auch eine "Gegenbewegung" auslösen, und den Bedarf für Beratung erhöhen. Diese Erfahrung hätte man in den USA gemacht.

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