Wirtschaft : Handlungsbedarf bei energetischer Sanierung

Der Deutsche Mieterbund warnt vor Abzocke bei der geplanten Sanierungsoffensive für mehr Energieeffizienz in Gebäuden. „Angesichts der drohenden Kostenexplosion für Mieter werden wir diesen Bereich genau unter die Lupe nehmen und auf eine scharfe Abgrenzung zu normalen Instandsetzungsarbeiten dringen“, sagte Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips.

Instandsetzungsarbeiten seien vom Vermieter zu tragen. Die Kosten dürften nicht einfach bei der Miete aufgeschlagen werden. Der Bundestag hatte vor einigen Wochen das neue Energiekonzept beschlossen.

Es sieht neben längeren Atomlaufzeiten auch vor, dass bis 2050 alle 18 Millionen Gebäude so saniert werden, dass sie bis zu 80 Prozent weniger Energie verbrauchen.

Rips betonte, der Mieterbund werde in Kürze ein Musterformular vorlegen, damit klar geregelt werde, was eine energetische Sanierung ist. Es sei falsch, wenn die schwarz-gelbe Koalition sage, durch teure Sanierungen könnten die Warmmieten wegen stark gesunkener Energiekosten in etwa gleichbleiben oder nur geringfügig steigen.

„Die Mieten könnten je nach Wohnungsgröße um bis zu 300 Euro steigen“, sagte Rips. Bis zu 11 Prozent der Kosten für den Austausch von Fenstern und für eine bessere Wärmedämmung können vom Vermieter auf den Mieter umgelegt werden.

Der Mieterbund-Präsident kritisierte, dass das CO2-Gebäudesanierungsprogramm 2011 trotz der Regierungsziele auf unter eine Milliarde Euro gekürzt wird. Deshalb seien die Förderregeln verschärft worden, was das Sanierungstempo vorerst abbremse.

Franz-Georg Rips sprach sich dafür aus, das Programm für eine klima- und energieschonende Gebäudesanierung zu kombinieren mit Umbauten für altersgerechtes Wohnen. „Dadurch würde man die Akzeptanz für die energetische Sanierung deutlich erhöhen.“ Im Rahmen eines solchen Programms müssten aber dauerhaft 2,5 bis drei Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt werden.

Auch nach Auffassung von Handwerkspräsident Otto Kentzler und dem DGB-Vorsitzenden Michael Sommer sollten deshalb bereits im kommenden Jahr die Fördermittel für die energetische Gebäudesanierung deutlich angehoben und dann auf hohem Niveau verstetigt werden: „Zielgröße muss dabei sein, das Förderniveau im CO2-Gebäudesanierungsprogramm auf mindestens zwei Milliarden Euro wie im besonders erfolgreichen Jahr 2009 zu steigern.“ dpa/dapd

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