Handtaschen, Mode und jetzt auch Uhren : Luxusgüterkonzern übernimmt Bulgari

Der französische Multimilliardär Bernard Arnault kauft den italienischen Uhren- und Schmuckhersteller Bulgari und erweitert damit die Palette seines Konzerns um einen weiteren Luxusmarkennamen.

Viel Glamour.
Viel Glamour.Foto: dpa

Der französische Multimilliardär und LVMH-Chef Bernard Arnault landet seinen nächsten Coup: Sein Konzern übernimmt das italienische Traditionshaus Bulgari. Damit führt der weltgrößte Luxusgüterkonzern neben Louis-Vuitton-Taschen, Mode von Christian Dior oder Kenzo und Moet-Champagner künftig auch prestigeträchtige Uhren und Schmuck. Vor kurzem hatte sich Arnault bereits heimlich beim französischen Rivalen Hermès eingekauft. Arnault gilt als reichster Mann Europas und als ebenso ehrgeiziger wie erfolgreicher Markenjäger. 60 meist große Namen hat er bereits unter dem Dach seines LVMH-Konzerns vereint. Die Bulgari-Übernahme ist die größte seit Jahren. „Der Zusammenschluss ist die perfekte Kombination“, sagte Arnault.

Wie beide Unternehmen am Montag mitteilten, gibt die Familie Bulgari ihr Mehrheits-Aktienpaket von 50,4 Prozent im Tausch gegen LVMH-Papiere ab. Damit geht der Schweizer Uhrenhersteller Swatch, dem ebenfalls Interesse an Bulgari nachgesagt worden war, leer aus.

Den restlichen Bulgari-Anteilseignern wird ein Barangebot von 12,25 Euro je Aktie vorgelegt. Die Bulgari-Familie erhält für ihre 152,5 Millionen Aktien 16,5 Millionen neue LVMH-Papiere und steigt damit zum zweitgrößten Familien-Aktionär nach Arnault auf. Experten zufolge hat das Geschäft einen Wert von rund 3,7 Milliarden Euro. Dies entspreche einem Aufschlag von rund 60 Prozent. Auch an der Börse in Mailand schoss die Bulgari-Aktie daraufhin um 60 Prozent nach oben. LVMH-Papiere legten ebenfalls zu und verteuerten sich in Paris um gut zwei Prozent. Mit dem Zukauf von Bulgari dürfte LVMH mehr Schlagkraft erhalten und insbesondere sein als schwach geltendes Uhren- und Schmuckgeschäft stärken. Analysten halten den vergleichsweise hohen Preis wegen der erwarteten Kosteneinsparungen für gerechtfertigt.

Die Bulgari-Familie wird in Zukunft auch im Vorstand von LVMH vertreten sein. Francesco Trapan, Bulgari-Chef und Nachkomme des Gründers, übernimmt dort den Bereich Uhren und Schmuck. Im Verwaltungsrat werden die Italiener mit zwei Mitgliedern vertreten sein. Der italienische Luxushersteller wurde 1884 von griechischen Auswanderern gegründet. Die Wirtschaftskrise verursachte bei den Italienern wie auch in der gesamten Branche einen Umsatz- und Gewinneinbruch. Experten schließen nicht aus, dass die überraschend schnelle Erholung der Luxusgüterbranche eine neue Fusionswelle lostreten wird. Dem Markt wird großes Wachstumspotenzial zugetraut.

Der überraschende Einstieg bei Hermès rief im Herbst 2010 auch die französische Börsenaufsicht auf den Plan. Arnault nutzte besondere Aktienderivate, deren Handel in Frankreich damals nicht meldepflichtig waren. Die Regierung plant nun eine Erweiterung der Meldepflichten. Sie sollen den verdeckten Aufbau von Beteiligungen mit Hilfe von speziellen Finanzinstrumenten verhindern. (dpa/rtr)

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