Wirtschaft : Handwerk befürchtetVerlust von 50 000Arbeitsplätzen

Umsatzrückgang um ein Prozent

Bonn(dpa).Das Handwerk hat seine Prognosen für dieses Jahr deutlich nach unten korrigiert.Nach einer neuen Konjunkturumfrage rechnet der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) für 1997 nun mit dem Abbau von 50 000 Arbeitsplätzen und einem Umsatzrückgang um ein Prozent.Zum Jahresbeginn hatte der ZDH noch auf einen stabilen Umsatz gehofft und den Abbau von nur 35 000 Stellen vorhergesagt."Das Handwerk hat das Konjunkturtal noch nicht verlassen", sagte ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer am Donnerstag in Bonn bei der Vorlage der Umfrage bei 12 700 Handwerksbetrieben.Hauptgründe dafür seien die tiefe Baukrise und die schwache Nachfrage im Inland.Bereits 1996 ist die Zahl der Beschäftigten im Handwerk nach neuen ZDH-Zahlen um 80 000 auf 6,7 Millionen zurückgegangen.Der Umsatz schrumpfte um 1,5 Prozent auf knapp über tausend Mrd.DM. "Auch das erste Quartal 1997 war durch einen starken Einbruch bei nahezu allen Konjunkturindikatoren gekennzeichnet", sagte Schleyer.Jeder zweite Handwerker habe Umsatz verloren.Die Preise seien weiter gesunken und drückten auf die Erträge.26 Prozent der Handwerker im Westen und 22 Prozent im Osten hätten ihr Personal reduziert.Bestimmend sei die "dramatische Lage im Baugewerbe", sagte Schleyer.Auf Bau und Ausbau entfielen rund 30 Prozent des Handwerksumsatzes.Von den Verlusten bei Umsatz und Arbeitsplätzen werde aber weit mehr als die Hälfte auf das Bauhandwerk entfallen.Eine leichte Erholung sei bei den Zulieferern für die Industrie zu erkennen.Insgesamt ließen die Erwartungen der Betriebe für die kommenden Monate eine "relative Verbesserung" vermuten."Vieles hängt noch an einem dünnen Faden", sagte Schleyer.Die Reformen müßten nun endlich richtig beginnen."Die Handwerksmeister erwarten, daß die Steuerreform zustande kommt." Die jüngsten Steuerschätzung sei kein Grund, sie zu verschieben oder zu verwässern, sondern weise im Gegenteil auf den Reformbedarf hin.

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