Wirtschaft : Handwerk hat für das laufende Jahr nur wenig Hoffnung Massiver Stellenabbau könnte sich fortsetzen

-

Wiesbaden/Berlin (dpa). Nach Umsatzrückgängen und Stellenabbau im vergangenen Jahr ist das deutsche Handwerk auch für das laufende Jahr wenig zuversichtlich. Nachdem sich der Abbau der Beschäftigung im vergangenen Jahr beschleunigte, sei auch 2003 mit einem ähnlichen Rückgang zu rechnen, teilte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am Montag in Berlin mit. 2002 beschäftigten die Handwerksbetriebe 5,37 Millionen Menschen und damit im Vergleich zum Vorjahr 287000 weniger. Die Umsätze gingen um 25 Milliarden Euro auf 484 Milliarden Euro zurück.

Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden verschärften sich 2002 die Stellenstreichungen. Der Rückgang belief sich auf 5,3 Prozent nach 3,9 Prozent im Jahr zuvor. Die stärksten Personaleinschnitte gab es im vergangenen Jahr im Baugewerbe mit einem Minus von 9,6 Prozent. Bei den Gewerben für Gesundheits und Körperpflege sowie bei Reinigungsbetrieben fiel der Beschäftigungsrückgang mit 2,6 Prozent am geringsten aus.

Auch die Umsätze sackten im vergangenen Jahr um 4,9 Prozent und damit stärker als im Vorjahr ab. Damals betrug das Minus 2,4 Prozent. Die stärksten Umsatzrückgänge mussten im vergangenen Jahr die Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe mit einem Minus von 10,9 Prozent hinnehmen. Beim Bau gab es einen Rückgang von 8,2 Prozent. Bei Glas-, Papier- und keramischen Gewerben blieben die Erlöse 7,1 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück.

Für 2002 seien die Befürchtungen des Handwerks bestätigt worden, sagte der ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer. Für das laufende Jahr sei ein ähnlicher Rückgang bei der Beschäftigung wie 2002 nicht auszuschließen. Als Gründe für die Krise im Handwerk nannte er den „ungebremsten Anstieg der Lohnzusatzkosten“ sowie eine zurückgehende Investitionsbereitschaft, die das Handwerk bei Unternehmen aber auch bei der öffentlichen Hand spüre. Trotz der schlechten Erwartungen für 2003 wiesen Reformansätze in der Arbeitsmarktpolitik wie die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe jedoch „grundsätzlich in die richtige Richtung“, betonte Schleyer. In den Bereichen Rente und Gesundheit müssten nachhaltige Reformen angegangen werden. Es dürfe keine weiteren Steuererhöhungen wie etwa eine Anhebung der Mehrwertsteuer geben.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben