Wirtschaft : Handwerk: In diesem Jahr schwaches Wachstum erwartet

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat die Bundesregierung aufgefordert, die Zahl der Arbeitsplätze im Handwerk zu sichern und zu erhöhen. Die bisherigen Ergebnisse des Bündnisses für Arbeit reichten noch nicht aus, erklärte Handwerkspräsident Dieter Philipp am Dienstag in Berlin. Selbst die vorsichtigen Wachstumsschätzungen des Handwerks von 1,5 Prozent für das Jahr 2001 seien kaum zu halten. Die Probleme des Mittelstandes in Deutschland würden von einem durch die gute Weltkonjunktur belebten Wachstum verdeckt, sagte Philipp. Wichtig für eine "aktivierende Arbeitsmarktpolitik" sei es, die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu senken.

Angesichts zurückgehender Arbeitslosen- und wachsender Beschäftigungszahlen nehme der Finanzbedarf der Bundesanstalt für Arbeit ab. Eine Beitragssenkung um einen Prozentpunkt auf 5,5 Prozent sei somit früher möglich, nicht erst zum Wahltag 2002, erklärte Philipp. Die sinkende Zahl der Arbeitslosen habe die Ausgaben der Bundesanstalt um 13,9 Milliarden verringert. Das Beitragsaufkommen sei gleichzeitig um 5,4 Milliarden Mark gestiegen. Das allein reiche, den Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung um einen Prozentpunkt zu senken und Arbeitgeber und Arbeitnehmer so insgesamt um 14,4 Milliarden Mark zu entlasten.

Nach dem ZDH-Jahresbericht 2000 hat sich die Zahl der Handwerksbetriebe in Deutschland im ersten Halbjahr um 1709 auf 683 747 verringert. Davon sind 126 614 Betriebe in den neuen Bundesländern und 557 133 in Westdeutschland.

Der ZDH-Präsident sprach sich für Druck auf Arbeitslose aus, mehr als bisher Jobs im Niedriglohnsektor anzunehmen. Das Handwerk fordere daher, generell die maximale Bezugsdauer für Arbeitslosengeld für alle Bezugsberechtigen auf zwölf Monate zu begrenzen. Ein vernünftiger Ansatz wäre auch die Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe. Voraussetzungen seien neue Beschäftigungsmöglichkeiten im Niedriglohnsektor. Philipp forderte erneut, die Beschäftigung von Empfängern von Arbeitslosen- oder Sozialhilfe in Beschäftigungsgesellschaften drastisch zu reduzieren.

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