Wirtschaft : Handwerk kritisiert Schröder

Internationale Branchenmesse eröffnet / Gründerwelle gefordert MÜNCHEN (dpa).Handwerkspräsident Dieter Philipp hat das Programm des SPD-Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder kritisiert.Es wäre "ein völliges Debakel, wenn die bescheidenen Fortschritte in der Standortpolitik wieder zurückgenommen würden, wie es das Schröder-Programm vorsieht", sagte Philipp am Sonnabend zum Auftakt der 50.Internationalen Handwerksmesse in München.Allein die von der SPD geplante Rücknahme der Rentenreform hätte nach Ansicht des Handwerkspräsidenten in wenigen Jahren Mehrausgaben von über 100 Mrd.DM zur Folge.Der luxemburgerische Premierminister Jean-Claude Juncker und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sprachen sich bei der Messeeröffnung für eine "neue Gründerwelle" aus, ohne die es keine Besserung auf dem Arbeitsmarkt geben werde.In Bezug auf den Euro plädierten sie für eine genaue Überprüfung der Teilnehmerländer.Stoiber sagte, es komme darauf an, daß die Länder nicht nur "den Meisterbrief für das Fach Statistik" bei der Erfüllung der Euro-Kriterien erreichten, sondern auch das Handwerk einer soliden Haushaltspolitik beherrschten.Nach Ansicht Junckers wird die künftige Europäische Zentralbank unabhängiger sein als die Deutsche Bundesbank."Sündhaft teure Konjunkturprogramme wird es nicht geben", sagte er.Juncker, Stoiber und Philipp betonten die wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks mit rund 6,3 Millionen Beschäftigten und fast 840 000 Betrieben in Deutschland.Ohne das Handwerk wäre die Arbeitslosigkeit in Europa höher, sagte Juncker.Deshalb seien "die Manager des Jahres die Handwerker" und nicht die Chefs von Industriekonzernen, die massiv Arbeitsplätze abgebaut haben.Philipp sagte, es müsse "endlich mehr für diejenigen getan werden, die den sozialen Freiden maßgeblich stützen".Auf der 50.Internationalen Handwerksmesse sind noch bis zum 15.März rund 2000 Aussteller und Firmen aus 42 Ländern vertreten.Die Jubiläumsmesse findet noch einmal auf dem alten Messegelände in der Münchner Innenstadt statt.

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